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Anfälle erkennen: Wichtige Zeichen, Erste Hilfe und wann 112 gewählt werden sollte

Anfallsmanifestationen variieren stark je nach Typ. Schnelle Erkennung gewährleistet eine zeitgerechte, angemessene Reaktion und kann Verletzungen verhindern.

Häufige Anfallstypen und ihre Merkmale

TypSchlüsselmerkmale
Fokal bewusst (einfach partiell)Aura nur: Déjà-vu, epigastrisches Hochsteigendes Gefühl, sensorische Phänomene (Kribbeln, visuell, olfaktorisch), emotionale Veränderungen (Angst), motorisches Zucken – Bewusstsein intakt
Fokal beeinträchtigtes Bewusstsein (komplex partiell)Starren, Automatismen (Lippenleckern, Herumfummeln, Umherirren), Unansprechbarkeit, postikale Verwirrung
Fokal zu bilateral tonisch-klonischBeginnt fokal, breitet sich dann aus → tonische Steifung → klonisches Zucken (früher „sekundär generalisiert")
Generalisiert tonisch-klonisch (GTCS)Plötzlicher Bewusstlosigkeit, tonische Extension → klonisches Zucken, Apnoe, Zungenbiss, Inkontinenz, postikale Erschöpfung/Verwirrung
AbsenzKurzes (5–10 Sek.) Starren, Augenlidflattern, abrupter Beginn/Ende, kein postikaler Zustand – Kind scheint „abzuschweifen"
MyoklonischKurze schockartige Ruckungen (Arme/Beine), oft morgens
Atonisch (Drop)Plötzlicher Tonusverlust → Sturz (hohes Kopfverletzungsrisiko)
TonischAnhaltende Steifung, oft während des Schlafs

Erste Hilfe: „BLEIBEN, SICHER, SEITENLAGE"

  • BLEIBEN Sie bei der Person; timen Sie den Anfall.
  • SICHER: Bereich räumen; Kopf polstern; Brille entfernen; enge Halskleidung lockern.
  • SEITENLAGE: Auf die Seite rollen (stabile Seitenlage) – schützt die Atemwege.
  • NICHT: Festhalten, etwas in den Mund legen, Wasser oder Essen geben, bis vollständig wach.

112 wählen, wenn

  • Anfall dauert >5 Minuten
  • Wiederholte Anfälle ohne Erholung dazwischen (Status epilepticus)
  • Erster bekannter Anfall
  • Verletzung, Atemnot oder anhaltende Zyanose
  • Tritt im Wasser auf
  • Person ist schwanger, diabetisch oder hat bekannte Herzerkrankung
  • Person bittet um Rettungswagen
Danach: Die Person beruhigen, Details dokumentieren (Beginn, Dauer, Merkmale) und Neurologen-Nachsorge sicherstellen.

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