Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) ist eine vorübergehende Unterbrechung der Hirndurchblutung, die zu stroke-ähnlichen Symptomen führt, die innerhalb von 24 Stunden (in der Regel <1 Stunde) zurückbilden. Während TIAs per Definition keine dauerhaften Schäden verursachen, erleben einige Patienten dennoch bleibende Defizite.
Warum dauerhafte Defizite nach einer TIA auftreten können
- Falsche Klassifizierung: Manche „TIAs“ sind eigentlich kleine Schlaganfälle mit kleinen Infarkten, die auf der MRT (DWI-positiv) sichtbar sind. Moderne Bildgebung definiert TIA neu als vorübergehende Symptome ohne akuten Infarkt.
- Schweregrad und Dauer: Längere, schwerere Episoden korrelieren mit höherem Infarktrisiko.
- Lokalisation: Hirnstamm, Thalamus oder kortikale Motorik-/Sprachbereiche sind weniger tolerant gegenüber Ischämie.
- Ursache: Großarterielle Arteriosklerose oder Kardiembolie tragen ein höheres Schlaganfallrisiko als Kleingefäßerkrankungen.
- Patientenfaktoren: Alter, Diabetes, Bluthochdruck, früherer Schlaganfall, Vorhofflimmern erhöhen die Anfälligkeit.
Arten persistierender Defizite
- Leicht: subtile kognitive Veränderungen, leichte Schwäche, Wortfindungsstörungen
- Mäßig: persistierende Dysarthrie, Hemiparese, Gesichtsfeldausfall
- Schwer: beeinträchtigender Schlaganfall (wenn die TIA eigentlich ein Schlaganfall war)
Sofortmaßnahmen
TIA ist ein medizinischer Notfall. Auch wenn die Symptome zurückgebildet sind:
- Rufen Sie sofort den Notruf (112) / gehen Sie in die Notaufnahme.
- Dringende Hirnbildgebung (MRT mit DWI bevorzugt), Gefäßbildgebung, Herzmonitoring.
- Sekundärprävention einleiten: Thrombozytenaggregationshemmer/Antikoagulanzien, Statin, Blutdruckkontrolle, Lebensstiländerung.
- ABCD²-Score schätzt das 90-Tage-Schlaganfallrisiko.
Frühzeitiges Eingreifen nach einer TIA senkt das 90-Tage-Schlaganfallrisiko um bis zu 80 %.