„Persönlichkeitsfehlanpassung“ ist ein beschreibender klinischer Begriff – keine formale DSM-Diagnose – für dauerhafte Muster innerer Erfahrung und Verhaltensweise, die deutlich von kulturellen Erwartungen abweichen und Leid oder Beeinträchtigung verursachen.
Symptomcluster
- Interpersonell: Konflikt, Isolation, Abhängigkeit, Manipulation.
- Emotional: Labilität, Intensität, chronische Leere, schlechte Regulation.
- Verhaltensbedingt: Impulsivität, Risikobereitschaft, Selbstsabotage.
- Kognitiv: Negatives Selbstbild, allgegenwärtiges Misstrauen, starres Denken.
- Somatisch: Psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, GI) ohne organische Ursache.
Diagnostische Überlegungen
Diese Präsentation kann auf Folgendes hindeuten:
- Persönlichkeitsstörung (PS)-Merkmale oder Schwellen-PS.
- Anpassungsstörung mit gemischter Störung.
- Komplexe PTBS (C-PTSD).
- Neuroentwicklungsüberschneidung (z. B. ASS, ADHS mit emotionaler Dysregulation).
Assessment
- Umfassendes klinisches Interview + Fremdangaben.
- Strukturierte Instrumente: PID-5, SCID-5-PD.
- Stimmungs-, Psychose- und Substanzstörungen ausschließen.
Behandlung
Psychotherapie ist primär: Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), Schematherapie, Mentalisierungsbasierte Behandlung (MBT), Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP). Medikamente zielen nur auf komorbide Symptome (z. B. Stimmungslabilität, Angst) ab.