Tetanus (Clostridium tetani-Toxin) verursacht fortschreitende, schwere Muskelrigidität und -krämpfe. Es ist nicht durch Erbrechen oder Verwirrtheit als Hauptmerkmal gekennzeichnet.
Klassische Symptome
- Trismus (Kiefersteife): Kiefersteifigkeit – oft das erste Anzeichen.
- Risus sardonicus: Gesichtsmuskelkrampf, der ein festes, grinsendes „Lächeln“ erzeugt.
- Dysphagie: Schluckbeschwerden aufgrund von Rachenmuskelrigidität.
- Opisthotonos: Schweres Rückenschwingen aufgrund von Paraspinalmuskelkrämpfen.
- Generalisierte Krämpfe: Ausgelöst durch geringe Reize (Geräusch, Licht, Berührung, Zugluft).
- Autonome Instabilität: Blutdruck-/Herzfrequenzschwankungen, starkes Schwitzen, Fieber.
Zeitverlauf
Inkubationszeit: 3–21 Tage (Durchschnitt 10). Kürzere Inkubationszeit → schlechtere Prognose.
Notfallmaßnahmen
Bei jedem Verdacht auf Tetanus nach einer Wunde → sofortige Notaufnahme. Behandlung:
- Humanes Tetanus-Immunglobulin (TIG) – neutralisiert ungebundenes Toxin
- Antibiotika (Metronidazol oder Penicillin)
- Gründliche Wunddébridement
- Krampfkontrolle (Benzodiazepine, neuromuskuläre Blockaden)
- Intensivstationsbetreuung (Beatmung, autonomes Management)
Prävention
Tdap/Td-Auffrischimpfungen alle 10 Jahre; postexpositionelle Prophylaxe (TIG + Auffrischimpfung) bei kontaminierten Wunden, wenn der Impfschutz nicht aktuell ist.