Neuropathiebehandlungen variieren stark; jede birgt spezifische Risiken. Allgemeine Kategorien:
1. Pharmakologisch
- Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin): Schwindel, Sedierung, Ödeme, Gewichtszunahme, Missbrauchspotenzial.
- SNRIs (Duloxetin, Venlafaxin): Übelkeit, Schlaflosigkeit, Hypertonie, sexuelle Dysfunktion, Entzugssyndrom.
- TCAs (Amitriptylin, Nortriptylin): Anticholinerge Effekte, orthostatische Hypotonie, QT-Verlängerung, Überdosis-Tödlichkeit.
- Topicals (Lidocain, Capsaicin): Lokale Reizung, Brennen.
- Opioide: Chronische Nutzung vermeiden – Sucht, OIH, Verstopfung, Stürze.
2. Interventional
- Nervenblockaden/Epiduralien: Infektion, Blutung, Nervenverletzung, Duralpunktur.
- Spinalkordstimulation: Elektrodenmigration, Infektion, Hardware-Ausfall, Revisionsoperation.
- Radiofrequenz-Ablation: Neuritis, Deafferentationsschmerz.
3. Nicht-invasive Neuromodulation
- TENS: Hautreizung, Verbrennungen bei Fehlanwendung.
- PEMF/rTMS: Krampfanfallsrisiko (selten), Kopfschmerz, Unbehagen; Langzeit-Sicherheitsdaten begrenzt.
- Laser/Lichttherapie: Augenverletzung bei Fehlrichtung; Evidenz bescheiden.
4. Komplementär
- Akupunktur: Infektion (bei Nicht-Sterilität), Pneumothorax (selten), Bluterguss.
- Nahrungsergänzungsmittel (Alpha-Liponsäure, B12, Acetyl-L-Carnitin): Im Allgemeinen sicher; Wechselwirkungen möglich.
5. Rehabilitation
- PT/OT: Überlastungsverletzung bei zu aggressiver Progression.
Entscheidungsrahmen
- Genaue Diagnose (EMG/NCS, Labor, Bildgebung).
- Niedrigrisiko, evidenzbasiert starten (Lebensstil, Topicals, Gabapentinoide/SNRIs).
- Schrittweise eskalieren; q4–8 Wochen neu bewerten.
- Multimodaler Ansatz meist überlegen zu Monotherapie.
- Ziele, Nebenwirkungen, funktionale Ergebnisse dokumentieren.
Gemeinsame Entscheidungsfindung mit Neurologen/Schmerzspezialist optimiert Sicherheit und Wirksamkeit.