Systematisches Anfälle-Management ist ein strukturierter, multidisziplinärer Rahmen zur Diagnose, Behandlung und Überwachung von Epilepsie, um Anfällsfreiheit bei optimaler Lebensqualität zu erreichen.
Kernkomponenten
- Frühe Identifikation & Diagnose: Detaillierte Anfälle-Semiologie, Auslöser, neurologische Untersuchung.
- Diagnostische Tests: EEG (Routine, Schlafentzug, ambulant), MRT Gehirn (Epilepsie-Protokoll), metabolische und genetische Labore.
- Anfälle-Klassifikation: ILAE 2017: Fokal vs. generalisiert vs. unbekannt; motorisch vs. nicht-motorisch.
- Medikamentenauswahl: Anti-Anfalls-Medikament (ASM) angepasst an Anfälle-Typ, Syndrom, Komorbiditäten, Alter, Geschlecht, Arzneimittelinteraktionen. Monotherapie zuerst.
- Dosisoptimierung: Langsame Titration; therapeutisches Drug-Monitoring für ausgewählte ASMs.
- Lebensstilmodifikation: Schlafhygiene, Stressmanagement, Alkoholvermeidung, Anfallstagebuch.
- Diätetische Therapie: Ketogene Diät, modifizierte Atkins, LGIT für medikamentenresistente Epilepsie.
- Chirurgische Evaluation: Bei medikamentenresistenter fokaler Epilepsie: resektive Chirurgie, Laserablation, Neuromodulation (VNS, RNS, DBS).
- Multidisziplinäres Team: Epileptologe, Neurochirurg, Neuropsychologe, Krankenschwester, Sozialarbeiter, Diätassistent.
- Laufendes Monitoring: Regelmäßige Nachsorge (Anfallshäufigkeit, Nebenwirkungen, Labore, DEXA für Knochengesundheit, Schwangerschaftsplanung).
- Patientenaufklärung: Sicherheit (Fahren, Baden, Höhen), Notfallmedikamente, SUDEP-Risikoberatung.
Ziel
Anfällsfreiheit mit minimalen Nebenwirkungen; optimale Lebensqualität.