Atemwegsschleim wird primär durch mukoziliaere Clearance (MCC) und den Hustenreflex beseitigt. Wenn diese Mechanismen versagen, folgen Infektion und Entzündung.
Physiologische Clearance-Mechanismen
- Mukoziliärer Aufzug: Ziliertes Epithel treibt Gel-Schicht-Schleim kranial mit 5–20 mm/min voran.
- Hustenreflex: Hochgeschwindigkeits-Exspirationsstrom schert Schleim von den Atemwegswänden.
- Niesen und Naseputzen: Beseitigt Nasen- und Nasopharynxschleim.
- Expectorierung: Freiwilliger Auswurf von Sputum.
Adjuvantien zur Verbesserung der Clearance
- Flüssigkeitszufuhr: 2–3 L/Tag senkt die Schleimviskosität.
- Befeuchtung: Beheizte Luftbefeuchter oder Dampfinhalation.
- Mukolytika: Acetylcystein (oral/nebulisiert), Erdostein, Carbocystein – brechen Disulfidbrücken auf.
- Expectoranzien: Guaifenesin erhöht Sekretvolumen.
- Atemwegsklearance-Techniken (ACTs):
- Aktiver Atemzyklus (ACBT)
- Autogene Drainage
- Positiver Exspirationsdruck (PEP) Geräte
- Hochfrequente Brustwandoszillation (Weste)
- Positionelle Drainage + perkussion (ausgewählte Fälle)
- Bewegung: Aerobe Aktivität verbessert MCC und Hustenwirksamkeit.
- Reizstoffe meiden: Rauch, Schadstoffe, Allergene.
Zum Arzt gehen, wenn:
- Anhaltender Husten >3 Wochen
- Bluthusten, Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust
- Bekannte Lungenerkrankung (COPD, Bronchiektase, CF) mit Veränderung des Sputumcharakters