Kein einzelner „Mindest“-Schwellenwert
Das Überleben hängt von der Adequanz des Gasaustauschs ab, nicht von einem festen Lungenvolumen. Personen mit schwerer COPD (FEV₁ <30 % vorhergesagt) können Jahre mit Unterstützung leben; andere mit akutem Verlust (Trauma, ARDS) können sich schnell verschlechtern.
Typische Werte (Gesunde Erwachsene)
| Messgröße | Männlich | Weiblich |
| Gesamtlungenkapazität (TLC) | 5,5–6,5 L | 4,0–5,0 L |
| Vitalkapazität (VC) | 4,5–5,5 L | 3,0–4,0 L |
| FEV₁ | 3,5–4,5 L | 2,5–3,5 L |
Werte variieren mit Körpergröße, Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Fitnesslevel.
Kritische Konzepte
- Reserve: Unterschied zwischen ruhendem Tidalvolumen und maximaler Kapazität.
- Kompensation: Erhöhte Atemfrequenz, Einsatz von Hilfsatemmuskulatur, hämodynamische Anpassungen.
- Versagen: Wenn die Nachfrage die Kapazität übersteigt → Hypoxämie, Hyperkapnie, Azidose.
Klinische Bewertung
- Spirometrie (FEV₁, FVC, Quotient) – Goldstandard für obstruktive/restriktive Erkrankungen.
- Lungenvolumina (Körperplethysmographie, Heliumverdünnung).
- Diffusionskapazität (DLCO).
- 6-Minuten-Gehtest, kardiopulmonale Belastungsuntersuchung.
Lungengesundheit erhalten
- Rauchen und Dampfen vermeiden.
- Regelmäßiges Ausdauertraining.
- Impfungen (Influenza, Pneumokokken, COVID-19).
- Beruflicher und umweltbedingter Schutz.
- Frühe Behandlung von Atemwegserkrankungen.