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Warum Lungen ein dichtes Kapillarenetz haben: Die Physik des Gasaustauschs

Das pulmonale Kapillarenbett ist die Schnittstelle für O₂/CO₂-Austausch. Seine Dichte ist eine strukturelle Anpassung an Ficks Diffusionsgesetz.

Ficks Gesetz angewendet

Diffusionsrate ∝ (Oberfläche × ΔP × Löslichkeit) / (Dicke × √Molekulargewicht)

  • Oberfläche: ~70 m² (300 Mio. Alveolen × Kapillarengeflecht).
  • Dicke: 0,2–0,5 µm (alveoläres Epithel + Basalmembran + Kapillarenendothel).
  • ΔP (O₂): Alveolär 100 mmHg → Kapillare 40 mmHg = 60 mmHg Gradient.
  • Transitzeit: 0,75 Sek. in Ruhe; Gleichgewicht in 0,25 Sek. – großer Sicherheitsfaktor.

Strukturelle Anpassungen

  • Alveolen: dünne Typ-I-Pneumozyten (95 % Oberfläche).
  • Kapillaren: einzelne Endothelschicht, manchmal fenestriert.
  • Gemeinsame Basalmembran (an Stellen verschmolzen).
  • Pulmonalarterieller Druck niedrig (15/8 mmHg) → minimaler hydrostatischer Stress.
  • Rekrutierung/Distension: Bewegung öffnet ruhende Kapillaren → Oberfläche verdoppelt sich.

Klinische Korrelate

  • Lungenemphysem: zerstört Alveolarwände → ↓ Oberfläche → Diffusionslimitierung.
  • Lungenfibrose: verdickt Barriere → ↓ Diffusion → Desaturation bei Belastung.
  • Lungenödem: Flüssigkeit im Interstitium/Alveolen → ↑ Diffusionsdistanz.
  • Höhenlage: ↓ alveolarer PO₂ → ↓ ΔP → Hypoxämie.

Messung

DLCO (Diffusionskapazität für CO) quantifiziert Gasaustausch; reduziert bei den obigen Zuständen.

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