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Lungenödem auf der Brust-Röntgenaufnahme verstehen: Ein umfassender Leitfaden

Lungenödem – Flüssigkeitsansammlung im Lungeninterstitium und den Alveolen – erzeugt charakteristische, fortschreitende Brust-Röntgenbefunde.

1. Interstitielles Ödem (Früh)

  • Vage, „wattige“ Opazitäten in perihilaren/basalen Regionen.
  • Kerley-B-Linien: Kurze (1–2 cm), horizontale Linien an den Lungenbasen – verdickte Interlobularsepten.
  • Peribronchiale Manschette: Bronchialwände erscheinen verdickt („Donuts“).
  • Verlust scharfer Gefäßränder.

2. Alveoläres Ödem (Fortgeschritten)

  • Konfluent, flauschige „Flügelschattentypus“- oder perihilare Opazitäten (Luftraumfüllung).
  • Luftbronchogramme: Luftgefüllte Bronchien sichtbar gegen flüssigkeitsgefüllte Alveolen.
  • Verschleierung der Herzgrenzen und Zwerchfelle.

3. Gefäßumverteilung

  • Oberlobenumleitung: Lungenvenenhypertonie → Oberloben-Gefäße vergrößern (gleich oder größer als Unterloben-Gefäße).
  • Kardiomegalie: Herzsilhouette verbreitert (>50 % Thoraxbreite auf PA-Aufnahme) – deutet auf zugrunde liegende Herzinsuffizienz hin.

4. Pleuraergüsse

  • Stumpfe Kosphrenikwinkel (lateral > PA).
  • Menisquus-Zeichen, subpulmonischer Erguss (erhöhtes Halbzwerchfell).
  • Oft beidseitig; rechts > links, falls einseitig.

Diagnostische Integration

CXR-Befunde stützen, ersetzen aber nicht die klinische Korrelation (BNP, Echo, Hämodynamik, Reaktion auf Diurese). Die Unterscheidung kardiogener vs. nicht-kardiogener Ödeme (ARDS, Höhe, neurogen) erfordert Kontext.

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