Mechanismus der Dyspnoe
- Mechanische Kompression: Hernierter Magen ragt ins Mediastinum, reduziert Lungenvolumen (insbesondere linkes unteres Lungenlappen).
- Reflux-vermittelt: Säureaspiration → Bronchospasmus, Laryngospasmus, vagaler Reflexbronchokonstriktion.
- Gasdistension: Luft-Flüssigkeits-Spiegel in der Hernie → erhöhter intragastrischer Druck → diaphragmatische Splintierung.
- Vagusstimulation: Hernie reizt Vagus → Reflexbronchokonstriktion oder Bradykardie.
Symptome, die auf hernia-assoziierte Dyspnoe hindeuten
- Atemnot verschlimmert nach Mahlzeiten, Beugen oder flachem Liegen.
- Begleitendes Sodbrennen, Reflux, Brustschmerz, frühes Sättigungsgefühl.
- Besserung mit aufrechter Haltung, Antazida oder Aufstoßen.
Lebensstilmaßnahmen
- Kleine, häufige Mahlzeiten; spätes Essen vermeiden.
- Kopfende des Bettes 15–20 cm hochlagern.
- Gewichtsabnahme, wenn BMI >25.
Enge Kleidung, schweres Heben, Pressen vermeiden. | - Rauchstopp.
- Nahrungsauslöser identifizieren (Fett, Schokolade, Koffein, Alkohol, Minze).
Medikamentöse Therapie
- PPI (Omeprazol) oder H2-Blocker zur Säuresuppression.
- Prokinetika (Metoclopramid) bei verzögerter Magenentleerung.
Chirurgische Indikationen
- Refraktäre Symptome trotz optimaler medikamentöser Therapie.
- Große paraösophageale Hernie mit Risiko von Volvulus/Strangulation.
- Schwere Dyspnoe, die der Hernie zuzurechnen ist.
- Laparoskopische Nissen/Toupet-Fundoplikation ± Hiatusreparatur mit Mesh.
Wann Sie dringend medizinische Hilfe suchen sollten
Plötzlicher starker Brustschmerz, Unfähigkeit zu schlucken, Würgen ohne Erbrechen, hämodynamische Instabilität → mögliche Magenvolvulus/Strangulation (chirurgischer Notfall).