Bewegung bei aktiver Lungenentzündung ist kontraindiziert. Eine Lungenentzündung stellt erhebliche kardiopulmonale Anforderungen; zusätzliche Anstrengung riskiert Dekompensation.
Physiologische Begründung
- Erhöhter O₂-Bedarf: Bewegung erhöht VO₂ um das 10–20-fache; Lungenentzündung beeinträchtigt bereits den Gasaustausch (V/Q-Mismatch, Shunt).
- Kardiale Belastung: Sepsis/Myokarditis-Risiko; Tachykardie + reduziertes Schlagvolumen → Angebot-Nachfrage-Mismatch.
- Immunumleitung: Stresshormone (Cortisol, Katecholamine) unterdrücken vorübergehend Neutrophilen-/Makrophagenfunktion.
- Dehydrationsrisiko: Insensible Verluste + Fieber + Schweiß → Hypovolämie.
- Aerosolgeneration: Tiefes Atmen/Husten während der Bewegung verbreitet Krankheitserreger.
Evidenzbasierte Anleitung
- Bettlägerigkeit während der akuten Phase (Fieber, Tachykardie, Hypoxie, Leukozytose).
- Allmähliche Mobilisierung nach 48 h fieberfrei, HR <100, SpO₂ ≥94 % in Raumluft, besserer Röntgen Thorax/Entzündungsmarkern.
- Rückkehr zum Sport: Typischerweise 2–4 Wochen post-Diagnose bei unkomplizierter CAP; länger bei Hospitalisierung, Komorbiditäten, älteren Menschen. Mit geringer Intensität (Gehen) beginnen, Symptome überwachen.
- Athleten: Strukturiertes Return-to-Play-Protokoll (Herzscreening, wenn Myokarditis vermutet).
Red Flags, um die Aktivität zu stoppen
Brustschmerzen, unverhältnismäßige Dyspnoe, Herzklopfen, Schwindel, Fieberrezidiv, SpO₂-Abfall >4 %.
Fazit
Ruhe beschleunigt die Genesung; Bewegung verlängert die Krankheit und riskiert Komplikationen. Ärztliche Freigabe befolgen.