Die Indica-/Sativa-Klassifikation beschreibt die Cannabis-Pflanzenmorphologie, nicht zuverlässige chemische Effekte. Moderne Wissenschaft betont Chemovar (Cannabinoid-/Terpenprofil) über Taxonomie.
Traditionelle Klassifikation (historisch)
- Indica: Klein, buschig, breite Blätter; afghanisch/pakistanische Herkunft. Assoziiert mit "Body High": Entspannung, Sedierung, Schmerzlinderung, Appetitanregung. Beliebte Sorten: Granddaddy Purple, Northern Lights, Bubba Kush.
- Sativa: Hoch, schmale Blätter; äquatoriale Herkunft. Assoziiert mit "Head High": Energie, Kreativität, Fokus, Stimmungsaufhellung. Beliebt: Sour Diesel, Jack Herer, Durban Poison.
- Hybride: Gekreuzt; dominante Merkmale variieren. Die meisten kommerziellen Cannabis sind Hybride.
Was tatsächlich die Wirkungen bestimmt
- Cannabinoide: THC (psychoaktiv), CBD (moduliert THC, angstlösend), CBG, CBN, THCV.
- Terpene: Myrcen (sedierend), Limonen (stimmungsaufhellend), Pinen (Wachsamkeit), Linalool (angstlösend), Caryophyllen (entzündungshemmend, CB2-Agonist).
- Entourage-Effekt: Synergie von Verbindungen > isoliertes THC.
Praktische Orientierung
- Analysezertifikat (COA) für Cannabinoid-/Terpengehalt anfordern.
- Niedrig beginnen, langsam steigern (besonders Esswaren: 2,5 mg THC).
- Profil an Ziel anpassen: Myrcen-reich für Schlaf; Limonen/Pinen für Tag; ausgeglichenes THC:CBD für Angstneigung.
- Kompetenten Budtender oder medizinischen Cannabis-Kliniker konsultieren.
Indica-/Sativa-Etiketten sind Marketing-Kurzhand; chemisches Profiling ermöglicht Präzision.