Die Genesung nach einer Hirnverletzung (TBI, Schlaganfall, Anoxie, Tumor) ist langwierig und nichtlinear. Die Unterstützung durch Pflegepersonen ist entscheidend.
1. Emotionale Präsenz
- Zuhören, ohne zu reparieren; Frustration, Trauer, Identitätsverlust validieren.
- Geduld: Genesung wird in Monaten–Jahren gemessen, nicht Tagen.
- Mikro-Fortschritte feiern; Vergleiche mit dem Vor-Verletzungs-Selbst vermeiden.
2. Praktische Unterstützung
- ADLs: Baden, Anziehen, Mahlzeiten, Medikamente (Pillendose).
- Transport: Termine, Therapie, sozial.
- Hausmodifikation: Haltegriffe, Rampen, Entrümpeln, Beschriftung.
- Finanziell/Rechtlich: Rechnungen, Versicherung, Invalidenrente, Vorsorgevollmacht.
3. Rehabilitationpartnerschaft
- Therapiesitzungen besuchen (PT, OT, SLP, kognitive Reha) – Übertrag erlernen.
- Hausübungsprogramm einhalten.
- Neuropsychologisches Testing → Anpassungen (Arbeit/Schule).
4. Kognitiv-kommunikative Unterstützung
- Sprache vereinfachen; eine Anweisung auf einmal.
- Externe Hilfen: Whiteboard, Telefonerinnerungen, Checkliste, Kalender.
- Verarbeitungszeit lassen; Sätze nicht zu Ende sprechen.
5. Verhaltensmanagement
- Trigger identifizieren (Müdigkeit, Überreizung, Schmerz).
- Strukturierte Routine; visueller Zeitplan.
- Umleiten, nicht streiten (Konfabulation, Desinhibition).
- Neuroverhaltensspezialist bei schweren Fällen.
6. Selbstfürsorge der Pflegeperson (nicht verhandelbar)
- Entlastungspflege (Familie, Agentur, Tagespflege).
- Selbsthilfegruppe (BIAA, BrainLine, krankheitsspezifisch).
- Therapie für Pflegepersonenbelastung, Trauer, Trauma.
- Schlaf, Ernährung, Bewegung, soziale Verbindung schützen.
7. Bildung & Interessenvertretung
Verletzungsspezifika lernen. Für Dienstleistungen, Ausrüstung, Gemeinschaftsreintegration eintreten. Sie sind die Konstante; Fachkräfte wechseln.