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Epididymitis: Symptome, Differentialdiagnose und wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Typische Symptome

  • Einseitige Hodensack-/Hodenschmerzen (schleichender Beginn, Stunden–Tage)
  • Schwellung, Druckschmerz, Rötung, Wärme
  • Hydrozele (reaktive Flüssigkeit)
  • Dysurie, Harndrang/Häufigkeit
  • Harnröhrenausfluss (bei STI-bedingt)
  • Fieber, Schüttelfrost (systemische Zeichen)
  • Schmerzhafter Samenerguss

Wichtige Differentialdiagnose: Hoden­torsion (NOTFALL)

  • Plötzliche, starke Schmerzen; hochliegender Hoden; fehlender Cremaster­reflex; Übelkeit/Erbrechen.
  • Zeitkritisch: Detorsion innerhalb von 6 Stunden zur Erhaltung.
  • Doppler-Ultraschall bestätigt Durchblutung.

Ätiologie nach Alter/Sexualaktivität

  • <35, sexuell aktiv: C. trachomatis, N. gonorrhoeae (STI).
  • >35 oder insertiver Analverkehr: Darmflora (E. coli, Pseudomonas).
  • Präpubertät/ältere Männer: Harnreflux, anatomische Anomalien, Instrumentierung.
  • Viral: Mumps (Orchitis-Epididymitis).
  • Medikamenteninduziert: Amiodaron.

Management

  • Antibiotika gegen wahrscheinlichen Erreger (Ceftriaxon + Doxycyclin bei STI; Fluorchinolon bei enterisch).
  • Hodensackenlagerung, NSAR, Ruhe.
  • Partnerbehandlung bei STI.
  • Nachsorge zur Sicherung der Abheilung; bei atypischem Verlauf Tumor ausschließen.

Bei akuten Hodenschmerzen sofortige medizinische Hilfe suchen – Torsion kann klinisch nicht ausgeschlossen werden.

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