Oropharyngealer Atemwegsklemme (OPA): Vorteile und klinische Anwendung
Ein oropharyngealer Atemwegsklemme (OPA, Guedel-Schlauch) ist ein gebogenes starres Gerät, das in den Mund eingeführt wird, um einen offenen Oropharynx bei bewusstlosen oder tief sedierten Patienten aufrechtzuerhalten.
Wichtige Vorteile
- Stellt Atemweg her/hält ihn aufrecht: Hebt Zunge von der hinteren Rachenwand ab, verhindert Obstruktion.
- Einfache, schnelle Einlage: Minimaler Schulungsbedarf; geeignet für Ersthelfer, Sanitäter, Pflegekräfte.
- Nicht-invasiv: Keine Laryngoskopie, keine Manschette, kein Beatmungsgerät erforderlich.
- Gut verträglich bei bewusstlosen Patienten: Würgereflex fehlt; minimale Stimulation.
- Größenvielfalt: Neugeborenes bis Erwachsene (gemessen von Schneidezähnen bis zum Kieferwinkel).
- Erleichtert Beatmung mit Beatmungsbeutel und Maske: Verbessert Abdichtung und Gasabgabe durch Stenting der Atemwege.
Indikationen
- Bewusstloser Patient (GCS ≤ 8) ohne Würgereflex.
- Während der Beatmung mit Beatmungsbeutel und Maske zur Verbesserung der Wirksamkeit.
- Postiktal, post-Überdosis, Anästhesieerwachung.
Kontraindikationen/Vorsichtsmaßnahmen
- Bewusste/halbbewusste Patienten (löst Würgen/Erbrechen aus → Aspirationsrisiko).
- Schweres Gesichts-/Oropharyngealtrauma.
- Bekanntes schwieriges Atemweg – kann definitive Intubation verzögern.
Wichtiger Punkt
OPAs sind temporäre Hilfsmittel. Sie schützen nicht vor Aspiration. Ein definitiver Atemweg (Endotrachealtubus, supraglottisches Gerät) ist für längere Beatmung oder hohes Aspirationsrisiko erforderlich.