Einatmungsmittel sind flüchtige Substanzen, die in gewöhnlichen Haushalts- und Industrieprodukten vorkommen und psychoaktive Wirkungen beim Einatmen erzeugen. Sie sind oft die erste „Droge“, mit der junge Jugendliche experimentieren, aufgrund der leichten Zugänglichkeit. Trotz ihres legalen Status tragen sie schwere – manchmal irreversible – gesundheitliche Folgen.
Kategorien und Beispiele
Lösungsmittel
- Aceton (Nagellackentferner, Verdünner)
- Benzol (Benzin, bestimmte Reiniger)
- Toluol (Verdünner, einige Reiniger)
- Xylol (Verdünner, Reiniger, Nagellackentferner)
Gase
- Distickstoffmonoxid („Lachgas“, Schlagsahnespender)
- Butan (Feuerzeugflüssigkeit, Gasherde)
- Propan (Kochgas, tragbare Heizungen)
Aerosole
- Haarspray
- Deodorant-Spray
- Sprühfarbe
- Druckluftsprays für Computerreinigung
Anästhetika
- Diethylether
- Halothan
- Chloroform
Nitrite („Poppers“)
Gesundheitsrisiken: Schwer und oft irreversibel
- Hirnschäden: Kognitive Beeinträchtigung, Gedächtnisverlust, Demenz, Kleinhirnatrophie.
- Organversagen: Leber- und Nierenschäden.
- Hörverlust: Besonders bei Toluol-Exposition.
- Knochenmarksuppression: Aplastische Anämie, Leukämierisiko.
- Syndrom des plötzlichen Tods beim Schnüffeln: Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand, selbst bei erstmaligem Gebrauch.
- Sucht und Entzug: Chronischer Gebrauch führt zu Abhängigkeit.
Sofortige medizinische Hilfe ist für jeden, der Einatmungsmittel missbraucht, entscheidend. Dies ist kein „harmloses Experimentieren“ – es ist ein medizinischer Notfall, der darauf wartet, einzutreten.