Pneumonie ist eine Infektion der unteren Atemwege, die die Alveolen entzündet. Ihre Präsentation variiert stark je nach Erreger, Patientenalter und zugrunde liegendem Gesundheitszustand.
Klassische Symptome
- Husten: Produktiv (eitriger, rostfarbener oder „Johannisbeergelee“-Sputum) oder trocken.
- Fieber: Oft >38,5 °C (101,3 °F); kann bei älteren oder immungeschwächten Patienten fehlen.
- Dyspnoe: Schnellere Atmung, vermehrte Atemarbeit.
- Pleuritischer Brustschmerz: Stechend, verstärkt bei Einatmen oder Husten.
- Schüttelfrost und Frösteln.
- Müdigkeit, Unwohlsein, Anorexie.
- Verwirrtheit (besonders bei älteren): Zeichen von Hypoxie, Sepsis oder Dehydration.
Atypische und subtile Präsentationen
- Ältere Erwachsene: Stürze, funktioneller Abbau, Delir oder sogar Hypothermie.
- Säuglinge: Stöhnen, Nasenflügeln, Einziehungen, schlechte Nahrungsaufnahme, Apnoe.
- Immungeschwächte: Indolenter Verlauf, minimales Fieber, atypische Erreger (PJP, Pilze).
- „Walking Pneumonia“ (Mykoplasma): Allmählicher Beginn, trockener Husten, Kopfschmerz, niedriggradiges Fieber.
Diagnose und Schweregrad-Einschätzung
- Thorax-Röntgen: Konsolidierung, Luftbronchogramme.
- Labore: Blutbild (Neutrophilie), CRP, Procalcitonin, Sputum-Gram-Färbung/Kultur, Urinantigene (Legionella, Pneumokokken), PCR-Panels.
- Schweregrad-Scores: CURB-65 / PSI für Erwachsene; WHO-Gefahrensignale für Kinder.
Frühe, empirisch geführte Antibiotika senken die Mortalität. Prävention durch Impfung – Pneumokokken (PCV20/PPSV23), Influenza, COVID-19, Hib – bleibt kritisch.