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Lungenkapillaren & Alveolen: Die Gasaustausch-Schnittstelle

Die Alveolär-Kapillareinheit ist die strukturelle Basis der Atmung. Jedes Alveolus (∼200 μm Durchmesser) ist in ein dichtes Kapillarennetz gewickelt, wo der Gasaustausch durch passive Diffusion erfolgt.

Strukturelle Merkmale zur Optimierung der Diffusion

  • Ultradünne Barriere: Typ-I-Pneumozyten (0,1 μm) + verschmolzene Basalmembran + Kapillarenendothel (0,1 μm) = 0,2–0,5 μm insgesamt.
  • Massive Oberfläche: 300–500 Millionen Alveolen → 70–100 m².
  • Kapillargeometrie: Erytrozytendeformierung zu Einzelfiladelfien, maximiert Kontaktzeit (~0,75 Sekunde in Ruhe).
  • Ventilations-Perfusions-Anpassung: Lokale hypoxische Vasokonstriktion leitet Durchfluss zu belüfteten Einheiten.

Gasaustauschprozess

  1. O₂ diffundiert aus Alveolarluft (PAO₂ ~100 mmHg) → Kapillarenblut (PvO₂ ~40 mmHg) → bindet Hb.
  2. CO₂ diffundiert aus Kapillarenblut (PvCO₂ ~45 mmHg) → Alveolarluft (PACO₂ ~40 mmHg) → ausgeatmet.
  3. Gleichgewicht in <0,25 Sekunde erreicht; Transitzeit ermöglicht vollständige Äquilibrierung selbst bei Belastung.

Klinische Korrelate

  • Lungenemphysem: Alveolärdestruktion ↓ Oberfläche → Diffusionslimitation.
  • Lungenfibrose: Verdickte Barriere ↑ Diffusionsstrecke → Hypoxämie bei Anstrengung.
  • Lungenödem: Fluid im Interstitium/Alveolen ↑ Diffusionsstrecke + V/Q-Missverhältnis.
  • Höhe: Niedriger PAO₂ ↓ Treibdruck; Akklimatisation ↑ Ventilation, Hb, Kapillardichte.

Die Erhaltung der Alveolär-Kapillaren-Integrität ist essenziell für das aerobe Leben.

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