Das 30:2-Kompressions-zu-Beatmungs-Verhältnis verstehen
Das 30:2-Verhältnis (30 Brustkompressionen gefolgt von 2 Rettungsbeatmungen) ist der Standard für die Ein-Retter-CPR bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen gemäß AHA- und ERC-Leitlinien.
Begründung für 30:2
- Priorisiert Kompressionen: Der Koronarperfusionsdruck baut sich über aufeinanderfolgende Kompressionen auf; Unterbrechungen verursachen exponentiellen Verfall
- Minimiert Hands-off-Zeit: Weniger Beatmungspausen als beim älteren 15:2
- Ausreichende Oxygenierung: 2 Atemzüge liefern genug O₂ für den Stoffwechselbedarf während des Niedrigdurchflusszustands
- Vereinfacht das Training: Universelles Verhältnis für alle Altersgruppen (1 Retter)
Verhältnisvariationen nach Szenario
| Szenario | Verhältnis | Anmerkungen |
| Erwachsener 1 Retter | 30:2 | Standard |
| Kind/Säugling 1 Retter | 30:2 | Universelle Vereinfachung |
| Kind/Säugling 2 Retter (medizinisches Fachpersonal) | 15:2 | Höherer Beatmungsbedarf; schnellere Kompressorenrotation |
| Fortgeschrittener Atemweg vorhanden | Kontinuierliche Kompressionen + 1 Atemzug alle 6 Sek. (10/min) | Keine Pausen für Beatmung; asynchron |
| Hands-only (Laien) | Kontinuierliche Kompressionen | Keine Atemzüge; Disponent-geleitet |
| Neonatal (Neugeborenes) | 3:1 (90 Kompressionen + 30 Atemzüge/min) | NRP-Leitlinien; primär respiratorische Ätiologie |
Ausführungsdetails
- Jeder Zyklus: 30 Kompressionen (~18 Sek. bei 100/min) + 2 Atemzüge (~4 Sek.) = ~22 Sek./Zyklus
- Ziel: ≥5 Zyklen pro 2 Minuten (≈100 Kompressionen/min tatsächlich)
- Kompressoren alle 2 Minuten (oder 5 Zyklen) wechseln, um Ermüdung zu vermeiden
- Atemzüge: 1 Sekunde jede, sichtbarer Brustkorbheben, keine Hyperventilation
Warum nicht andere Verhältnisse?
- 15:2 (alte Leitlinie): mehr Unterbrechungen, niedrigerer Koronarperfusionsdruck
- 50:2 oder kontinuierlich: unzureichende Beatmung bei längerem Stillstand, besonders asphyxial
- 30:2 balanciert Perfusion und Oxygenierung basierend auf Hämodynamikmodellierung und klinischen Ergebnissen
Konsistente, hochwertige 30:2-Zyklen mit minimaler Unterbrechung maximieren das neurologisch intakte Überleben.