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Akutes Atemnotsyndrom (ARDS): Pathophysiologie, Berliner Definition und Behandlung

ARDS ist akute, diffuse entzündliche Lungenschädigung, die zu erhöhter pulmonaler Gefäßpermeabilität, Alveolenflutung und refraktärer Hypoxämie führt.

Berliner Definition (2012)

  • Beginn ≤1 Woche nach bekanntem klinischem Insult
  • Bilaterale Opazitäten im Bildgebungsverfahren, nicht vollständig durch Erguss/Atelektase erklärt
  • Atemversagen, nicht vollständig durch Herzinsuffizienz/Flüssigkeitsüberlastung erklärt
  • PaO₂/FiO₂-Verhältnis: Leicht 200–300, Mäßig 100–200, Schwer <100 (mit PEEP ≥5 cmH₂O)

Häufige Ätiologien

  • Pneumonie (bakteriell, viral, pilz)
  • Sepsis (nicht-pulmonal)
  • Aspiration von Mageninhalt
  • Schweres Trauma, Transfusion, Pankreatitis

Behandlung

  • Lungenschonende Beatmung: niedriges Tidalvolumen (6 mL/kg PBW), Plateau-Druck ≤30 cmH₂O.
  • Bauchlage ≥12–16 Std./Tag bei mäßig-schwerem ARDS.
  • Konservative Fluidstrategie nach initialer Resuscitation.
  • Neuromuskuläre Blockade (früh, 48 Std.) bei schwerem ARDS.
  • ECMO bei refraktärer Hypoxämie.
  • Grunderkrankung behandeln (Antibiotika, Quellenkontrolle).

Mortalität bleibt 35–45 % trotz Fortschritte.

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