Antidepressiva mit geringer Anfallsgefahr (bevorzugt)
- SSRI: Fluoxetin, Sertralin, Citalopram, Escitalopram – allgemein sicher; minimale prokonvulsive Wirkung
- SNRI: Venlafaxin, Desvenlafaxin – geringes Risiko bei therapeutischen Dosen
- Mirtazapin (tetrazyklisch) – geringe Anfallsanfälligkeit; sedierend, gut für Schlaflosigkeit/Angst
Höheres Risiko / mit Vorsicht anwenden
- Bupropion: Dosisabhängiges Anfallsrisiko (↑ bei >450 mg/Tag); vermeiden bei Epilepsie/Anorexie/Bulimie
- Trizyklika (Amitriptylin, Imipramin, Clomipramin): Prokonvulsiv; kardiotoxisch bei Überdosis; Nortriptylin/Desipramin etwas sicherer, aber dennoch Vorsicht
- MAO-Hemmer: Selten verwendet; diätetische Einschränkungen; Anfallsberichte
Klinische Prinzipien
- Antiepileptika (AED)-Regime zuerst optimieren
- Antidepressivum mit geringster Anfallsneigung wählen
- Niedrig beginnen, langsam steigern; auf Anfallsfrequenzänderungen überwachen
- Arzneimittelinteraktionen vermeiden (z. B. CYP450-Effekte auf AED-Spiegel)
- Kollaborative Betreuung: Neurologe + Psychiater
Besonderer Hinweis
Depression ist bei ~20–30 % der Epilepsiepatienten komorbid. Unbehandelte Depression verschlechtert Lebensqualität und Adhärenz. Die Behandlung von Depressionen ist wichtig – nur weise wählen.