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Schädigung des Okulomotorius (Nervus III): Ursachen von Ptose und Schielen

Ja – Ein Nerv, zwei klassische Zeichen

Der Okulomotorius (Hirnnerv III) innerviert die meisten Augenmuskeln und den Musculus levator palpebrae superioris. Eine Schädigung dieses einzelnen Nervs kann gleichzeitig verursachen:

  • Ptose (Lidherabhängigkeit): Verlust der Funktion des Musculus levator palpebrae → Unfähigkeit, das obere Augenlid zu heben.
  • Externes (divergentes) Schielen: Ungehemmte Wirkung des Musculus lateralis rectus (CN VI) und des Musculus obliquus superior (CN IV) ziehen das Auge nach unten und außen („nach unten und außen"-Abweichung). Der Musculus medialis rectus, superior rectus, inferior rectus und inferior oblique (alle CN III) sind gelähmt.

Zusätzliche Merkmale einer CN-III-Lähmung

  • Erweitert, schlecht reaktive Pupille (bei komprimierender Läsion, z. B. Aneurysma, Tumor)
  • Beeinträchtigte Akkommodation (verschwommene Nahsicht)
  • Mögliche Schmerzen (bei ischemischer oder entzündlicher Ursache)

Häufige Ursachen

  • Mikrovaskuläre Ischämie (Diabetes, Bluthochdruck) – typischerweise pupillensparend
  • Aneurysma der Arteria communicans posterior – pupillenbeteiligend, neurochirurgischer Notfall
  • Thrombose des Sinus cavernosus, Meningitis, Tumor
  • Trauma (Orbitalfraktur, Schädelbasisfraktur)
  • Migräne (ophthalmoplegische Migräne, selten)

Dringende Evaluation erforderlich

Plötzlicher Beginn von Ptose + „nach unten und außen"-Auge + Pupillenerweiterung = mögliches Aneurysma → sofortige Notfall-Bildgebung (CTA/MRA). Pupillensparende Lähmung bei einem Diabetiker erfordert dennoch eine Abklärung, ist aber weniger akut lebensbedrohlich.

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