Radikuloneuropathie (oft synonym mit Radikulopathie verwendet) bezieht sich auf eine Dysfunktion einer Spinalnervenwurzel, verursacht durch Kompression, Entzündung oder Verletzung. Die daraus resultierenden Symptome folgen dem spezifischen Dermatom und Myotom, das von der betroffenen Nervenwurzel versorgt wird.
Häufige Ursachen
- Hernia nucleus pulposus (Bandscheibenvorfall)
- Spinalkanalstenose (zentrale oder foraminale Verengung)
- Degenerative Spondylolisthese
- Knochenspornen (Osteophyten)
- Trauma, Tumore oder Infektionen
Symptome nach Spinalniveau
- Zervikal (C5–T1): Nacken-, Schulter-, Armschmerzen; Taubheit; Schwäche in spezifischen Verteilungen (z. B. C6: Daumen/Zeigefinger; C7: Mittelfinger; C8: kleiner Finger).
- Lumbal (L1–S1): Kreuz-, Gesäß-, Beinschmerzen (Ischias); Fußheberschwäche (L5); sensorischer Verlust auf dem Fußrücken oder lateralen Fußrand.
Management
- Konservativ: NSAR, Physiotherapie, periradikuläre Injektionen, Aktivitätsmodifikation.
- Chirurgisch: Mikrodiskektomie, Laminektomie, Foraminotomie oder Fusion bei refraktären oder schweren Fällen mit progressivem neurologischen Defizit.
Red Flag: Cauda-Equina-Syndrom
Sattelanästhesie, Blasen-/Darmfunktionsstörung, beidseitige Beinschwäche → Notwendige Notfallchirurgische Dekompression, um permanente Lähmung zu verhindern.