Nicht-kommunizierender (obstruktiver) Hydrozephalus tritt auf, wenn der Liquor cerebrospinalis (CSF)-Fluss innerhalb des Ventrikelsystems blockiert ist – häufig aufgrund von Aquäduktstenose, Tektalplattengliom oder Kolloidzysten. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Obstruktion zu umgehen, um die CSF-Zirkulation wiederherzustellen.
Chirurgische Optionen
1. Endoskopische drittventrikuläre Ostomie (ETV) – Erstwahl bei Aquäduktstenose
- Prozedur: Ein Neuroendoskop wird durch ein Bohrloch eingeführt, um den Boden des dritten Ventrikels zu fenestrieren, sodass CSF direkt in die Zisternen basales (Subarachnoidalraum) fließen kann.
- Erfolgsrate: 70–90 % bei idealen Kandidaten (Alter >1 Jahr, Aquäduktstenose, kein vorheriger Shunt). Der ETV-Erfolgswert (ETVSS) hilft, Ergebnisse vorherzusagen.
- Vorteile: Kein implantiertes Hardware, keine Shunt-Abhängigkeit, geringeres Infektionsrisiko, erhält natürliche CSF-Physiologie.
- Risiken: Verletzung der Arteria basilaris, Verletzung des Hypothalamus, kurzfristige Gedächtnisdefizite und späte Stomaverschluss.
2. Ventrikuloperitonealer Shunt (VPS) – Der universelle Fallback
- Prozedur: Ein Ventrikelkatheter verbindet sich mit einem Ventil (fest, programmierbar oder antisiphon) und einem Peritonealkatheter, um CSF abzuleiten.
- Indikationen: Gefallene ETV, Säuglinge <1 Jahr, postinfektiöser/hemorrhagischer Hydrozephalus, multiloculierte Ventrikel.
- Komplikationen: Infektion (5–15 %), Obstruktion, Überdrainage (Subduralhämatom), Unterdrainage, Abdominalprobleme.
- Lebenslange Abhängigkeit: Revisionen sind häufig (≈50 % nach 10 Jahren).
3. Choroidplexuskoagulation (CPC) – Ergänzung zu ETV
- Mechanismus: Reduziert CSF-Produktion durch Koagulation des Choroidplexus in den lateralen Ventrikeln.
- Einsatzfall: Hauptsächlich Säuglinge <1 Jahr. ETV+CPC erhöht den Erfolg auf ~70 % vs. ETV allein (~50 %).
- Risiken: Intraventrikuläre Blutung, Endothelschäden.
4. Andere und historische Verfahren
- Ventrikuloatriale (VA) Shunt – wenn die Peritonealkavität nicht geeignet ist.
- Lumboperitonealer Shunt – für kommunizierenden Hydrozephalus.
- Externer Ventrikeldrain (Ventrikulostomie) – vorübergehende Maßnahme.
Entscheidungsfaktoren
Alter, Ätiologie, Anatomie (ETVSS), Chirurgenexpertise, Komorbiditäten und Familienpräferenz leiten die Wahl.
Postoperative Nachsorge
- Klinische Beurteilung, Kopfumfang (Säuglinge), Bildgebung (US/MRI/CT).
- Shunt-Patienten: Überwachung auf Funktionsstörungszeichen (Kopfschmerzen, Erbrechen, Lethargie, Schwellung der Nahtlinie).
- ETV-Patienten: auf Stomaverschluss achten (Symptomrezidiv).
ETV ist Erstwahl bei geeigneter Anatomie; VPS bleibt das Arbeitspferd. Individuelle Planung durch einen pädiatrischen oder erwachsenen Neurochirurgen ist unerlässlich.