Wirkmechanismus
Tetrabenazin ist ein vesikulärer Monoamin-Transporter 2 (VMAT2) Hemmer. VMAT2 verpackt Monoamine (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, Histamin) in präsynaptische Vesikel zur Freisetzung.
Effekt auf Neurotransmission
- Blockiert VMAT2 → Monoamine verbleiben im Zytoplasma → werden von MAO abgebaut
- Erschöpft präsynaptische Monoaminspeicher → reduzierte Freisetzung in den synaptischen Spalt
- Reduziert primär die Dopaminverfügbarkeit im Striatum
Klinische Anwendung
- Indikation: Chorea bei Huntington-Krankheit (FDA-Zulassung 2008; auch zugelassen in Kanada, EU)
- Dosierung: Langsame Titration (Start 12,5 mg/Tag; Max 100–150 mg/Tag in geteilten Dosen) zur Balance von Chorea-Kontrolle vs. Nebenwirkungen
- Wirksamkeit: Reduziert Chorea-Schwere (UHDRS Chorea Score), ändert aber nicht den Krankheitsverlauf
Wichtige Nebenwirkungen
- Sedierung, Müdigkeit
- Parkinsonismus (Bradykinesie, Rigor)
- Depression, Suizidalität (Black-Box-Warnung)
- Akathisie, Insomnie
- QT-Verlängerung (Vorsicht bei anderen QT-verlängernden Medikamenten)
Monitoring
Regelmäßige Beurteilung auf Depression, Suizidalität, Parkinsonismus, EKG bei Risikofaktoren. Die Nutzen für Chorea-Kontrolle müssen gegen diese Risiken abgewogen werden.