Die meisten Anfälle lösen sich innerhalb von 1–3 Minuten von selbst. Die richtige Reaktion von Ersthelfern verhindert Verletzungen und gewährleistet rechtzeitige EMS-Aktivierung.
Sofortmaßnahmen (während des Anfalls)
- Ruhe bewahren und Zeit nehmen: Startzeit notieren. Wichtigste Kennzahl.
- Sicherheit gewährleisten: Harte/spitze Gegenstände entfernen. Sanft zu Boden führen, falls stehend.
- Positionieren: Auf die Seite rollen (stabile Seitenlage) → verhindert Aspiration. Nicht festhalten.
- Kopf schützen: Gefaltete Jacke, Hände oder flacher Gegenstand unter Kopf.
- Enge Kleidung lockern: Kragen, Krawatte, Schal.
- Nichts in den Mund stecken: Verursacht Zahnverletzungen, Kieferbruch, Aspiration. Zungenbeißen heilt; Atemwegsobstruktion durch Gegenstände tötet.
- Beobachten und dokumentieren: Bewegungen, Augenabweichung, Dauer, postiktaler Zustand.
Wann 911 anrufen
- Anfall >5 Minuten (Status epilepticus).
- Zweiter Anfall ohne vollständige Erholung.
- Erster bekannter Anfall.
- Atembeschwerden nach Anfall.
- Verletzung während des Anfalls.
- Tritt im Wasser auf.
- Person ist schwanger, diabetisch oder hat medizinische ID auf Epilepsie hinweisend.
Nach-Anfall-Pflege
- Bei der Person bleiben, bis vollständig wach (kann 5–30 Minuten dauern).
- Beruhigen; erklären, was passiert ist.
- Keine Nahrung/Getränke anbieten, bis vollständig orientiert.
- Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit Notfallkontakt/Fahrt anbieten.
Besondere Situationen
- Rollstuhl: Bremsen arretieren; sitzen lassen, wenn gesichert; Kopf stützen.
- Kind: Gleiche Schritte; Fieberkrämpfe häufig 6 Monate–5 Jahre (911 rufen, wenn erster oder >5 Minuten).
Ihre ruhige, informierte Reaktion kann ein Leben retten. Überlegen Sie, eine Erste-Hilfe-Schulung für Anfälle zu absolvieren (Epilepsy Foundation, Rotes Kreuz).