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Lungenkapazität: Nehmen linke und rechte Lunge gleich viel Luft auf?

Beatmung ist bei gesunden Lungen symmetrisch

Sowohl linke als auch rechte Lunge dehnen sich beim Atmen gleichmäßig aus, um Luft aufzunehmen. Das Atmungssystem funktioniert als eine einheitliche Pumpe; das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur erzeugen negativen Pleuradruck, der beide Hämithoraces gleichzeitig ausdehnt.

Anatomische Asymmetrie ≠ funktionale Asymmetrie

MerkmalRechte LungeLinke Lunge
Lappen3 (Ober-, Mittel-, Unterlappen)2 (Ober-, Unterlappen)
BronchusBreiter, kürzer, vertikalerSchmaler, länger, waagerechter
Volumen (ca.)55–60 % des Gesamtvolumens40–45 % des Gesamtvolumens
HerzeindruckGeringAusgeprägt (Herz sitzt links)

Trotz struktureller Unterschiede ist die Beatmungsverteilung nahezu gleichmäßig pro Volumeneinheit, da die Pleuradruckänderung einheitlich weitergeleitet wird. Die rechte Lunge erhält aufgrund ihrer größeren Größe etwas mehr absolutes Volumen, aber die spezifische Beatmung (mL Luft pro mL Lunge) ist angeglichen.

Mechanik der gleichmäßigen Expansion

  • Pleuradruck (Ppl) fällt während der Inspiration einheitlich (Zwerchfellabstieg + Rippenkorb-Expansion).
  • Transpulmonaldruck (Palv – Ppl) treibt die Alveolenexpansion in beiden Lungen an.
  • Compliance-Anpassung: Lungenparenchym und Brustkorb-Compliance sind bei Gesundheit beidseitig ähnlich.
  • Pendelluft (interregionale Gasumverteilung) minimiert vorübergehende Unterschiede.

Wenn Asymmetrie auftritt (Pathologie)

ZustandAuswirkung auf Beatmung
Rechte Hauptbronchus-IntubationRechte Lunge überbeatmet; linke kollabiert
Lungenentzündung / Atelektase (einseitig)Reduzierte Compliance → weniger Beatmung der betroffenen Seite
Pleuraerguss / PneumothoraxKomprimiert ipsilaterale Lunge → Verschiebung zur kontralateralen Seite
Zwerchfelllähmung (einseitig)Reduzierte Exkursion auf der betroffenen Seite
Bronchialobstruktion (Tumor, Fremdkörper)Obstruierter Lappen/Lunge unterbeatmet
Nach PneumonektomieEinzelne Lunge kompensiert (Hypertrophie, Hyperinflation)

Klinische Beurteilung

  • Auskultation: Symmetrische Atemgeräusche = symmetrische Beatmung.
  • Brustkorbhebung: Visuelle/taktiler Symmetrie.
  • Ventilationsscans (Xe-133, Technegas, EIT): Quantifizieren regionale Verteilung.
  • Lungenfunktionstests: Globale Maßnahmen; können Seiten nicht ohne Bildgebung unterscheiden.

Fazit: Bei Gesundheit dehnen sich linke und rechte Lunge pro Volumeneinheit gleichmäßig aus. Strukturelle Asymmetrie passt sich dem Herzen an; funktionale Symmetrie wird durch gemeinsame Pleuralmechanik aufrechterhalten.

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