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Physiologie der Exspiration: Wie Luft die Lunge verlässt

Exspiration ist normalerweise ein passiver Prozess, angetrieben durch elastischen Rückzug, nicht durch muskuläre Anstrengung. Hier ist der Mechanismus.

1. Entspannung der inspiratorischen Muskeln

  • Zwerchfell entspannt → wölbt sich nach oben.
  • Externe Interkostalmuskeln entspannen → Rippen fallen ab.
  • Thoraxhöhlenvolumen verringert sich.

2. Elastischer Rückzug von Lunge & Brustkorb

  • Lungenelastin & Kollagenfasern werden während der Inspiration gedehnt → schnellen zurück (wie ein Ballon).
  • Brustkorb hat eigenen Rückzug (nach außen bei hohen Volumina, nach innen bei niedrigen Volumina).
  • Gemeinsamer Rückzug erzeugt positiven intraalveolären Druck (Palv > Patm).

3. Druckgradient treibt den Fluss an

Luft fließt von hohem Druck (Alveolen) zu niedrigem Druck (Atmosphäre) bis zum Gleichgewicht.

  • Flussrate ∝ (Palv – Patm) / Atemwegswiderstand.
  • Widerstand bestimmt durch Atemwegsradius (Poiseuille-Gesetz: r⁴), Länge, Gasviskosität, Turbulenz.

4. Aktive Exspiration (erzwungen / Bewegung)

  • Interne Interkostalmuskeln ziehen Rippen abwärts.
  • Bauchmuskeln (Rectus, Obliquus, Transversus) drücken Bauchinhalt nach oben → Zwerchfell ↑ → Palv ↑↑.
  • Verwendet bei Bewegung, Husten, Valsalva, obstruktiver Erkrankung (dynamische Atemwegskompression).

Klinische Korrelate

  • Lungenemphysem: Verlust von Elastin → Verlust des Rückzugs -> Lufteinschluss, verlängerte Exspiration, Tonnenbrust.
  • Asthma/COPD: Atemwegsverengung ↑ Widerstand → Flusslimitierung, dynamische Hyperinflation.
  • Neuromuskuläre Erkrankung: Schwache Bauchmuskeln → ineffektiver Husten, Sekretretention.

Ruheatmung: Inspiration = aktive Arbeit; Exspiration = kostenlose Energie aus gespeichertem elastischem Potenzial.

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