Ein Spirometrie-Ergebnis von 59% des vorhergesagten Gesamtlungenvolumens (TLC) erfordert klinische Korrelation – es ist keine eigenständige Diagnose.
Referenzwerte
- Vorhergesagtes TLC basierend auf Alter, Geschlecht, Größe, Ethnizität (GLI 2012-Gleichungen).
- Untere Normgrenze (LLN) = 5. Perzentil ≈ 80% vorhergesagt.
- 59% ist mäßig reduziert (leicht: 70–79%, mäßig: 60–69%, schwer: 50–59%, sehr schwer: <50%).
Restriktives vs. obstruktives Muster
- Restriktiv (↓ TLC, normales FEV₁/FVC): Interstitielle Lungenerkrankung, Brustwanddeformität, neuromuskuläre Erkrankung, Adipositas, Pleurale Erkrankung.
- Obstruktiv (↓ FEV₁/FVC, normales/erhöhtes TLC): COPD, Asthma, Bronchiektasen – TLC meist erhalten oder erhöht (Luftfalle).
- Gemischt: Kombinierte Pathologie.
Klinische Korrelation erforderlich
- Symptome: Dyspnoe (mMRC-Grad), Husten, Belastungsintoleranz.
- Bildgebung: HRCT für ILD/Emphysem.
- Vollständige Lungenfunktion: DLCO, Lungenvolumina (Plethysmographie), MIP/MEP.
- Ätiologie-Abklärung: Serologien, Echokardiographie, Schlafuntersuchung, Gentests falls indiziert.
Maßnahme
Pulmonologische Untersuchung vereinbaren. Nicht beruhigen aufgrund von „akzeptabel für einige“. 59% TLC rechtfertigt die Untersuchung auf restriktive Physiologie.