Eine erhöhte Atemfrequenz (>20 Atemzüge/Minute in Ruhe bei Erwachsenen) ist ein Vitalzeichen, das auf erhöhte Beatmungsanforderung oder gestörten Gasaustausch hinweist. Es ist ein unspezifischer, aber sensibler Marker physiologischen Stresses.
Häufige physiologische und pathologische Treiber
- Bewegung: Erhöhter metabolischer O₂-Bedarf und CO₂-Produktion.
- Fieber: Erhöhte Stoffwechselrate erhöht CO₂-Produktion, treibt Beatmung an.
- Schmerz: Sympathische Aktivierung stimuliert Atemzentren.
- Angst/Panik: Hyperventilation aus Verhaltensantrieb; oft mit Parästhesie, Schwindel.
- Medikamente: Stimulanzien, Salicylat-Toxizität, Progesteron, metabolische Azidose durch bestimmte Medikamente.
- Medizinische Zustände:
- Respiratorisch: Asthma, COPD-Exazerbation, Lungenentzündung, Lungenembolie, interstitielle Lungenerkrankung.
- Kardial: Herzinsuffizienz (Lungenkongestion), Herzbeuteltamponade.
- Metabolisch: Diabetische Ketoazidose (Kussmaul-Atmung), Sepsis, Laktazidose, Nierenversagen.
- Neurologisch: Hirnstamm-Läsionen, erhöhter intrakranieller Druck.
Klinischer Imperativ
Anhaltende Tachypnoe in Ruhe erfordert immer medizinische Evaluation, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und zu behandeln. Es ist ein Schlüssel-Vitalzeichen in der Sepsis-Screening (qSOFA), Herzinsuffizienz-Bewertung und Atemversagen-Überwachung.