Eingeatmete Luft wird vor dem Gasaustausch konditioniert:
1. Nasenhöhle (primäre Konditionierung)
- Filtration: Vibrissen (Nasenhaare) fangen große Partikel; Schleimhautdecke + Zilienleiter fangen ≤10 µm Partikel.
- Befeuchtung: Mukosaverdunstung → 100 % RH bei Körpertemperatur.
- Erwärmung: Reichhaltiges Gefäßnetzwerk (Turbinaten) → 37 °C.
- Olfaktion: Geruchserkennung.
2. Leitungsluftwege
- Trachea → Bronchien → Bronchiolen: ziliiertes mehrschichtiges Epithel setzt Mukoziliärklarierung fort.
- Kein Gasaustausch (anatomischer Totraum ~150 ml).
3. Atemzone
- Respiratorische Bronchiolen → Alveolardüsen → Alveolen (300–500 Millionen, ~70 m² Oberfläche).
- Gasaustausch: O₂ diffundiert in Kapillarblut (bindet Hb); CO₂ diffundiert aus.
- Surfactant (Typ-II-Pneumozyten) reduziert Oberflächenspannung, verhindert Kollaps.
4. Ausatmung
Passiver elastischer Rückzug stoßt CO₂-reiches Luft aus. Nasenausatmung gewinnt ~30 % Wärme/Feuchtigkeit zurück.
Klinischer Hinweis
Mundatmung umgeht Nasenkonditionierung → erhöhte Reizung der unteren Luftwege, Infektionsrisiko, induzierter Bronchospasmus bei Anstrengung.