Das Epiglottis ist ein blattförmiger elastischer Knorpel, der mit Schleimhaut bedeckt ist, an der Schildknorpel und dem Zungenbein befestigt ist. Es wirkt wie ein Deckel über dem Kehlhauseingang beim Schlucken.
Wirkungsweise
- Oralphase: Zunge treibt den Bolus nach hinten.
- Pharyngealphase: Weiches Gaumensegel hebt sich (Velopharyngealer Verschluss); Zungenbein und Kehlkopf heben sich und verlagern sich anterior.
- Epiglottic-Inversion: Zungengrund drückt Epiglottis nach hinten; aryepiglottische Falten schließen sich; Epiglottis kippt rückwärts, bedeckt den Kehlhauseingang (Aditus).
- Atemwegsschutz: Stimmbänder adduzieren; falsche Falten nähern sich; Atmung pausiert (Apnoe ~1 Sekunde).
- Öffnung der Speiseröhre: Oberer Ösophagussphinkter entspannt sich; Bolus gelangt in die Speiseröhre.
- Wiederherstellung: Kehlkopf senkt sich; Epiglottis kehrt aufrecht zurück; Atmung setzt ein.
Klinische Relevanz
- Epiglottitis (Hib, heute selten; Streptokokken, Staphylokokken): Akute Supraglottitis → Speicheln, Stridor, Tripod-Position, hohes Fieber. Medizinischer Notfall: Atemweg sichern (Intensivstation, Intubation/Tracheotomie) + IV-Antibiotika.
- Laryngomalazie: Slackes Epiglottis (omega-förmig) kollabiert bei Inspiration → inspiratorischer Stridor bei Säuglingen; löst sich meist bis 18–24 Monate von selbst auf.
- Aspirationsrisiko: Neurologische Beeinträchtigung (Schlaganfall, Parkinson) verzögert Epiglottic-Verschluss → stille Aspiration.
Das Epiglottis ist ein passives Ventil – sein Verschluss wird durch hyolaryngeale Elevation und Zungengrund-Retraktion angetrieben, nicht durch intrinsische Muskulatur.