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Lungenhochdruck diagnostizieren: Tests, Prozess und was Sie erwartet

Lungenhochdruck (PH) ist erhöhter Blutdruck in den Arterien der Lunge. Da Symptome wie Atemnot, Müdigkeit und Brustschmerzen unspezifisch sind, folgt die Diagnose einem schrittweisen Ansatz. Der Goldstandard bleibt die Rechtsherzkatheterisierung (RHC), aber nicht-invasive Tests leiten die Überweisung und Wahrscheinlichkeitsbewertung.

Erstliche Evaluation

  • Anamnese & Körperliche Untersuchung: Wichtige Symptome sind Anstrengungsdyspnoe, Müdigkeit, Synkope, Brustschmerz und Ödeme. Körperliche Zeichen können ein lauter P2, rechtsventrikulärer Heber, Trikuspidalklappeninsuffizienzgeräusch, Hepatomegalie und periphere Ödeme sein.
  • EKG: Befunde, die auf Rechtsherzbelastung hindeuten, umfassen Rechtsachsendegeneration, rechtsventrikuläre Hypertrophie und rechtes Vorhofvergrößerung.
  • Brust-Röntgen: Kann vergrößerte Lungenarterien, Rechtsherzvergrößerung und beschnittene periphere Gefäße zeigen.
  • Basis-Labor: Blutbild, Elektrolyte, Leberwerte, TSH, HIV, Autoantikörperpanel (ANA, RF, ANCA), und BNP/NT-proBNP.

Wichtiger nicht-invasiver Test: Echokardiogramm

Die Echokardiografie schätzt den systolischen Lungenarteriendruck (PASP) über die Trikuspidalklappeninsuffizienzstrahlgeschwindigkeit. Sie beurteilt auch die rechtsventrikuläre Größe und Funktion, die linksherzliche Funktion, Klappenerkrankungen und Perikarderguss.

  • Hohe PH-Wahrscheinlichkeit: TR-Geschwindigkeit >3,4 m/s plus zusätzliche PH-Zeichen.
  • Mittlere Wahrscheinlichkeit: TR-Geschwindigkeit 2,9–3,4 m/s plus zusätzliche Zeichen.
  • Niedrige Wahrscheinlichkeit: TR-Geschwindigkeit ≤2,8 m/s oder Fehlen anderer Zeichen.

Die Echokardiografie kann PH nicht definitiv diagnostizieren; sie schätzt die Wahrscheinlichkeit und screenet auf Linksherz- oder Lungenerkrankungen.

Definitive Diagnose: Rechtsherzkatheterisierung (RHC)

Durchgeführt in einem Herzkatheterlabor, misst RHC direkt die Hämodynamik. Aktuelle diagnostische Schwellenwerte gemäß 2022 ESC/ERS-Leitlinien:

  • Mittlerer Lungenarteriendruck (mPAP) ≥20 mmHg
  • Lungenkapillarwendedruck (PCWP) ≤15 mmHg (schließt Linksherzkrankheit aus)
  • Lungengefäßwiderstand (PVR) ≥2 Wood-Einheiten

Vasoreaktivitätstestung mit eingeatmetem Stickstoffmonoxid wird bei idiopathischer/erblicher pulmonaler arterielle Hypertonie durchgeführt, um Kandidaten für Kalziumkanalblocker-Therapie zu identifizieren.

Weitere Abklärung zur Bestimmung der WHO-Gruppe

GruppeWichtige Tests
1. Pulmonale arterielle Hypertonie (PAH)Autoantikörperscreen, HIV, Lebererkrankung, BMPR2-Gentest, CT-Thorax, V/Q-Szintigrafie
2. PH aufgrund LinksherzerkrankungDetailliertes Echo, Koronarangiografie bei Indikation
3. PH aufgrund Lungenerkrankung/HypoxieLungenfunktionstests, hochauflösendes CT-Thorax, Schlafuntersuchung, Blutgasanalyse
4. Chronisch-thromboembolische PH (CTEPH)V/Q-Szintigrafie (obligatorisch), CTPA, Lungenangiografie
5. PH mit unklaren/multifaktoriellen MechanismenHämatologische, systemische Störungen (Sarkoidose, LAM usw.)

Multidisziplinäres Management

Bestätigter PH sollte in einem spezialisierten PH-Zentrum mit Kardiologen, Pneumologen, Rheumatologen und PH-geschulten Krankenschwestern behandelt werden. Die Behandlung variiert je nach Gruppe: PAH-spezifische Vasodilatatoren (ERA, PDE5-Hemmer, Prostaglandine), Linksherzoptimierung, Lungenerkrankungsmanagement oder Lungenendarteriektomie/Ballonangioplastie bei CTEPH.

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