Indikationen
- Gemeinschafts-erworbene Pneumonie, akute bakterielle Sinusitis, akute Otitis media.
- Pharyngitis/Tonsillitis (Gruppe-A-Streptokokken).
- Haut-/Weichteilinfektionen (Cellulitis, Impetigo).
- STI: Chlamydien (1 g Einzeldosis), Gonorrhö (Dualtherapie), Weichschanker.
- Mycobacterium avium complex (MAC) Prophylaxe bei fortgeschrittener HIV.
- Reisediarrhö, Keuchhusten, Legionellose, Babesiose (Kombination).
Wirkmechanismus
Bindet an die 50S-Ribosom-Untereinheit → hemmt bakterielle Proteinsynthese (bakteriostatisch). Lange Halbwertszeit (~68 Std.) ermöglicht Kurzzeittherapien.
Häufige Dosierungsregime
- Erwachsene: 500 mg Tag 1, dann 250 mg täglich × 4 Tage (5-Tage-Packung) für Atemwegs-/Hautinfektionen.
- Chlamydien: 1 g Einzeldosis.
- Gonorrhö: 2 g Einzeldosis (mit Ceftriaxon).
- Pädiatrie: 10 mg/kg Tag 1, dann 5 mg/kg täglich × 4 Tage (max. 500 mg/Tag).
Wichtige Nebenwirkungen
- GI: Übelkeit, Diarrhö, Bauchschmerzen (10–15 %). Mit Nahrung einnehmen zur Reduktion.
- QT-Verlängerung: Risiko von Torsades de pointes; vermeiden mit anderen QT-verlängernden Medikamenten, Elektrolytstörungen.
- Hepatotoxizität: Selten; Leberwerte bei längerer Anwendung überwachen.
- Hörverlust: Selten, meist reversibel.
- C. difficile-Kolitis: Wie bei jedem Antibiotikum.
Vorsichtsmaßnahmen
- Schwangerschaft: Kategorie B (sicher).
- Nieren-/Leberfunktionsstörung: Dosisanpassung selten nötig.
- Wechselwirkungen: Antazida (Aluminium/Magnesium) reduzieren die Aufnahme – um 2 Std. versetzen. Digoxin, Warfarin, Statine, Colchicin-Spiegel können ansteigen.