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Taubheit und Kribbeln: Wann Sie Notfall- versus Routineversorgung suchen sollten

Notfall: 112/911 anrufen / Sofort in die Notaufnahme

  • Plötzliche einseitige Taubheit/Schwäche (Gesicht, Arm, Bein) → Schlaganfall.
  • Begleitet von: Sprechstörung, Sehverlust, schwerer Kopfschmerz, Gleichgewichtsstörung, Verwirrtheit.
  • Beidseitig aufsteigende Schwäche + Areflexie → Guillain-Barré-Syndrom.
  • Sattelästhesie (Perineum) + Stuhl-/Blasenfunktionsstörung → Cauda-equina-Syndrom.
  • Post-traumatisch mit Nackenschmerz + neurologischen Zeichen → Rückenmarksverletzung.

Dringend: Arzt innerhalb 24–48 Stunden aufsuchen

  • Anhaltende (>24h) einseitige Parästhesie ohne Schlaganfallzeichen.
  • Neu onset beidseitige Hand-/Fußtaubheit (Neuropathie-Abklärung nötig).
  • Assoziiert mit recent Medikamentenwechsel.
  • Diabetiker mit neuen/verschlechterten Symptomen.

Routine: Termin in der Praxis vereinbaren

  • Intermittierende, positionsabhängige oder chronisch stabile Parästhesie.
  • Bekanntes Karpaltunnelsyndrom, zervikale Spondylose oder kontrollierte Neuropathie.
  • Vitaminmangel vermutet (B12, B6, Folsäure).

Häufige Ursachen nach Muster

  • Strumpf-Handschuh: Periphere Neuropathie (Diabetes, B12, Alkohol, Chemo).
  • Medianusnerv-Verteilung: Karpaltunnelsyndrom.
  • C6/C7-Dermatom: Zervikale Radikulopathie.
  • Ulnarisnerv (mediale Hand): Kubikaltunnelsyndrom, Guyon-Kanal.
  • Raynaud: Kältebedingte Farbveränderungen + Taubheit.

Zeit ist Gehirn bei Schlaganfall. Im Zweifel Notfallversorgung suchen.

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