Moderne psychiatrische Analyse von Vincent van Goghs Briefen, Krankenakten und biografischen Berichten legt stark bipolare Störung (wahrscheinlich Typ I oder II) mit möglichen Komorbiditäten nahe.
Beweise für bipolare Störung
- Manische/hypomanische Episoden: Phasen intensiver Kreativität, reduzierter Schlaf, Größenwahn, gedrängte Sprache, Impulsivität (z. B. produktive Malphasen).
- Depressive Episoden: Anhaltende Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Müdigkeit, suizidale Gedanken.
- Psychotische Merkmale: Halluzinationen, Wahn während schwerer Episoden.
- Krankenhausaufenthalte: Mehrere Aufnahmen (Arles, Saint-Rémy) wegen „akuter Manie mit Delirium“.
- Suizid: Starb mit 37 durch Schussverletzung (1890).
Alternative/komorbide Überlegungen
- Temporallappenepilepsie (Gastaut-Geschwind-Syndrom)
- Borderline-Persönlichkeitszüge
- Alkoholmissbrauch (Absinth)
- Bleivergiftung (durch Pigmente)
- Syphilis (kontrovers)
Während rückwirkende Diagnosen Einschränkungen haben, erklärt die bipolare Störung am besten die zyklische Stimmung, die kreative Produktivität und die tragische Bahn, die in seinem Leben dokumentiert sind.