Es gibt keine direkten wissenschaftlichen Belege dafür, dass Borreliose (Borrelia burgdorferi-Infektion) eine charakteristische Veränderung des Körpergeruchs verursacht. Mehrere indirekte Mechanismen könnten jedoch zu wahrgenommenen Geruchsveränderungen beitragen:
- Antibiotika-Effekte: Doxycyclin, Amoxicillin, Cefuroxim verändern Darm- und Hautmikrobiom, möglicherweise veränderte Profile flüchtiger organischer Verbindungen.
- Erhöhtes Schwitzen: Autonome Dysfunktion, niedriggradiges Fieber oder Jarisch-Herxheimer-Reaktionen können die Perspiration erhöhen.
- Coinfektionen: Babesia, Anaplasma oder andere zeckenübertragene Erreger können unterschiedliche metabolische Effekte haben.
- Medikamentennebenwirkungen: Bestimmte Medikamente verursachen metallischen Geschmack oder veränderten Körpergeruch (z. B. Metronidazol).
- Ernährungsveränderungen: Appetitverlust, Ernährungsumstellungen während der Krankheit.
Klinisches Vorgehen
Wenn die Körpergeruchveränderung anhaltend und belastend ist:
- Häufige Ursachen ausschließen: Hygiene, Hyperhidrose, Bromhidrose, hormonell (Schilddrüse, Diabetes), Ernährung (Knoblauch, Kreuzblütler), Medikamente.
- Mit dem behandelnden Arzt besprechen – Antibiotikaregime anpassen, falls medikamentenbedingt vermutet.
- Überweisen an Dermatologie zur Bromhidrose-Evaluierung in Betracht ziehen.
Der Fokus bleibt auf dem Abschluss der geeigneten Antibiotikatherapie bei Borreliose; Geruchsveränderungen sind typischerweise vorübergehend und klingen nach der Behandlung ab.