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Atelectasis-Komplikationen: Pneumonie, ARDS und Atemversagen

Atelectasis (Lungengewebskollaps) ist mehr als ein radiologischer Befund – sie begünstigt ernsthafte, potenziell lebensbedrohliche pulmonale Komplikationen.

Wichtige Komplikationen

  1. Pneumonie: Kollabierte Alveolen beeinträchtigen die mukoziliäre Clearance → bakterielles Überwachstum. Häufige Erreger: S. pneumoniae, H. influenzae, Gram-negative. Zeigt sich mit Fieber, eitrigem Auswurf, neuem Infiltrat.
  2. Akutes Atemnotsyndrom (ARDS): Schwerer, diffuser Atelectasis → Scherspannung, Entzündung → nicht-kardiogenes Lungenödem. Berlin-Kriterien: Akuter Beginn, bilaterale Opazitäten, PaO₂/FiO₂ ≤300.
  3. Atemversagen: Hypoxämisch (Typ I) oder hyperkapnisch (Typ II) durch Verlust funktioneller Einheiten + V/Q-Mismatch. Kann mechanische Beatmung erfordern.

Zusätzliche Risiken

  • Pleuraerguss (transsudativ → exsudativ).
  • Bronchiektasen (chronisch rezidivierende Atelectasis).
  • Lungenhochdruck (chronische Hypoxie).

Prävention (Perioperativer Schwerpunkt)

  • Präoperative Anreizspirometrie.
  • Frühe Mobilisation.
  • Lungenschonende Beatmung (niedriges Tidalvolumen, PEEP).
  • Effektive Schmerztherapie (Epidural, regional) zur Ermöglichung tiefer Atmung.
  • CPAP/BiPAP für Hochrisikopatienten.

Behandlung

  • Bronchoskopie bei Schleimpropfen.
  • Brustphysiotherapie, nebulisierte hypertonische Salze/DNase.
  • Rekrutierungsmanöver (beatmete Patienten).
  • Antibiotika, wenn Infektion bestätigt.

Frühe Erkennung und aggressive Lungenhygiene reduzieren die Morbidität.

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