Wann eine Hospitalisierung empfohlen wird
Aufnahmeentscheidungen stützen sich auf validierte Scoring-Systeme (CURB-65, PSI/PORT) in Kombination mit klinischer Einschätzung.
1. Schwere Lungenentzündung / klinische Instabilität
- Hypotonie (SBP <90 mmHg) oder Notwendigkeit von Vasopressoren
- Ateminsuffizienz: Atemfrequenz >30, SpO2 <90 % bei Raumluft oder Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung
- Veränderter Geisteszustand (Verwirrtheit, Lethargie)
- Multilobuläre Infiltrate, Pleuraerguss oder septischer Schock
2. Hochrisiko-Patientenfaktoren
- Alter ≥65 (besonders ≥80) oder <5 Jahre
- Komorbiditäten: COPD, CHF, Diabetes, CKD, Lebererkrankung, Immunsuppression (Chemotherapie, Biologika, HIV)
- Funktionelle Beeinträchtigung oder Unfähigkeit, orale Medikamente/Flüssigkeiten zu Hause zu verwalten
- Pflegeheimbewohner
3. Soziale / häusliche Barrieren
- Kein zuverlässiger Betreuer für Überwachung, Medikamentengabe oder Nachsorge
- Unsicheres Wohnen, Obdachlosigkeit oder Unfähigkeit zur Isolation (falls ansteckend)
4. Versagen der ambulanten Behandlung
Verschlechterung der Symptome unter oralen Antibiotika nach 48–72 Stunden.
Wann ambulantes Management ausreichen kann
- Niedriger Schweregrad (CURB-65 0–1, PSI-Klasse I–II)
- Zuverlässige Nachsorge innerhalb von 24–48 Stunden
- Fähigkeit, orale Antibiotika einzunehmen und Flüssigkeitszufuhr aufrechtzuerhalten
- Keine Hochrisiko-Komorbiditäten
Entscheidung stets individualisieren; den behandelnden Arzt konsultieren. Frühe, angemessene Aufnahme senkt die Mortalität.