Atelectase ist der partielle oder vollständige Kollaps einer Lunge oder eines Lappens aufgrund von Alveolaldeflation. Sie ist eine häufige postoperative Komplikation und tritt bei vielen Atemwegserkrankungen auf.
Mechanismen
- Obstruktiv: Atemwegsblockade (Schleimpropfen, Tumor, Fremdkörper) → Luftabsorption distal zur Obstruktion.
- Kompressiv: Externer Druck (Pleuraerguss, Pneumothorax, Tumor, Bauchdehnung).
- Adhäsiv: Surfactant-Mangel (ARDS, Frühgeburt) → Alveolärinstabilität.
- Zikatrizierung: Fibrose durch TB, Strahlung, Infektion.
- Relaxation (passiv): Verlust des Kontakts zwischen parietaler/viszeraler Pleura (Pneumothorax, Erguss).
Symptome
- Dyspnoe (Grad hängt von Ausmaß/Rate ab)
- Husten, möglicherweise produktiv
- Brustschmerz (pleuritisch, wenn angrenzende Pleura entzündet)
- Fieber (bei infektiöser Ursache oder sekundärer Lungenentzündung)
- Tachykardie, Hypoxämie
Diagnose
- Bruströntgen: Volumenverlust, Verschiebung der Fissuren, erhöhtes Zwerchfell, Gefäßstauung.
- CT: definiert Ursache (Obstruktion, Masse).
- Bronchoskopie: visualisiert Atemweg, ermöglicht therapeutische Freilegung.
Behandlung
- Obstruktiv: Bronchoskopie für Schleimpropfen/Fremdkörperentfernung; Tumorentlastung/Stenting.
- Kompressiv: Erguss/Luft drainieren; Ursache behandeln.
- Postoperative Prävention: Anreizspirometrie, frühe Mobilisation, adäquate Analgesie, CPAP.
- Medikamente: Bronchodilatatoren, Mukolytika, Surfactant (Neugeborene).
Die meisten Atelectasen sind mit raschem Eingreifen reversibel. Persistierender Kollaps birgt Infektions- und Bronchiektasenrisiko.