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Hypersensitivpneumonitis: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsleitfaden

Hypersensitivpneumonitis (HP), auch extrinsische allergische Alveolitis genannt, ist eine immunvermittelte interstitielle Lungenerkrankung, die durch wiederholtes Einatmen organischer oder anorganischer Antigene ausgelöst wird. Chronische Exposition führt zu granulomatöser Entzündung und Fibrose.

Häufige Antigenquellen

  • Schimmelpilze: Aspergillus, Penicillium, Fusarium, Cladosporium (kontaminierte HLK, feuchte Gebäude, Kompost).
  • Vogelproteine: Taube, Wellensittich, Hühnerkot/Federn (Vogelzüchter-Lunge).
  • Bakterien: Thermoactinomyces vulgaris, Saccharopolyspora rectivirgula (Bauernlunge, schimmeliges Heu).
  • Pilze: Pilzsporen (Pilzarbeiter-Lunge).
  • Tier-/Pflanzenproteine: Pelz, Hautschuppen, Holzstaub (Westliche Rotzeder), Getreidestaub.
  • Chemikalien: Isocyanate, Epoxidharze, Platin-Salze, Beryllium (beruflich).

Klinisches Erscheinungsbild

  • Akut: 4–12 Stunden nach Exposition: Fieber, Schüttelfrost, Husten, Dyspnoe, Unwohlsein (grippelähnlich).
  • Subakut: Insidioser Husten, fortschreitende Dyspnoe, Gewichtsverlust über Wochen-Monate.
  • Chronisch: Irreversible Fibrose, Klubfinger, Atemversagen.

Diagnostische Abklärung

  • Detaillierte Expositionshistorie (beruflich, Hobbys, Wohnumgebung).
  • Thorax-Röntgen: Diffuse mikronoduläre oder glasige Opazitäten.
  • HRCT: Zentrilobuläre Knoten, Mosaik-Attenuation, Luftfalle (akut/subakut); Fibrose, Honigkorb-Lunge (chronisch).
  • Lungenfunktionstests: Restriktives Muster, reduzierte DLCO.
  • BAL: Lymphozytose (>30% Lymphozyten) stützt die Diagnose.
  • Serum-fällende Antikörper (spezifisches IgG) gegenüber vermuteten Antigenen.
  • Lungenbiopsie (chirurgisch oder transbronchial), wenn nicht-invasive Tests nicht schlüssig sind; zeigt schlecht gebildete Granulome, chronische Bronchiolitis.

Behandlung

  • Antigenvermeidung – Eckpfeiler; kann Jobwechsel, Sanierung oder Vogelentfernung erfordern.
  • Kortikosteroide (Prednison 0,5–1 mg/kg/Tag) für symptomatische akute/subakute Erkrankung; über Monate ausschleichen.
  • Immunsuppressiva (Mycophenolat, Azathioprin) für steroid-abhängige oder fortschreitende Fibrose.
  • Antifibrotika (Nintedanib, Pirfenidon) vielversprechend bei chronischer fibrotischer HP.
  • Sauerstofftherapie, pulmonale Rehabilitation und Lungentransplantations-Evaluierung bei Endstadiumerkrankung.

Prävention

  • Technische Maßnahmen: Belüftung, geschlossene Kabinen, nasse Staubunterdrückung.
  • Persönliche Schutzausrüstung: N95/P100-Atemschutzmasken, gebläseunterstützte Filteratemschutzgeräte (PAPRs).
  • Regelmäßige Wartung von HLK/Luftbefeuchtern; umgehende Sanierung von Wasserschäden.

Früherkennung und strikte Vermeidung bieten die beste Chance auf Genesung und Stillstand des Fortschreitens.

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