Multiples Myelom ist hochgradig behandelbar, aber selten heilbar. Die meisten Patienten sehen sich irgendwann mit Behandlungsresistenz konfrontiert – rezidiviertes oder refraktäres Erkrankung. Das Verständnis dafür, warum Resistenz entsteht, hilft Ihnen, die nächste Therapielinie mit Zuversicht zu meistern.
Warum Resistenz entsteht
- Klonale Evolution: Subklone mit neuen Mutationen überleben die Therapie und breiten sich aus.
- Schutz durch das Mikroumfeld: Knochenmark-Stromazellen sezernieren Überlebensfaktoren, die Myelomzellen abschirmen.
- Medikamenten-Ausstößpumpen: Hochregulierung von Transportern wie P-Glykoprotein schleudert Medikamente aus den Zellen.
- Zielmodifikation: Mutationen in Proteasom-Untereinheiten (Bortezomib-Resistenz) oder Cereblon (IMiD-Resistenz).
- Phänotypische Plastizität: Plasmazellen zurückentwickeln in weniger differenzierte, medikamentenresistente Zustände.
Klinischer Ansatz bei Rezidiv
- Progression bestätigen: Biochemisch (steigendes M-Protein/FLC), bildgebend oder klinisch.
- Om möglich Re-Biopsie: Wiederholte FISH/NGS-Tests können neue umsetzbare Mutationen aufdecken.
- Nächstes Regime basierend auf auswählen:
- Vorherige Therapien und Dauer des Ansprechens
- Aktuelle Zytogenetik und Gebrechlichkeitsbewertung
- Neue Wirkstoffe: Anti-BCMA-Therapien (CAR-T, Bispezifika), Selinexor, Belantamab, Iberdomide
- Teilnahmeberechtigung an klinischen Studien
- Ziel: Krankheitskontrolle, Symptomlinderung und Erhalt der Lebensqualität.
Rezidiv ist eine erwartete Phase der Erkrankung – kein Behandlungsversagen. Das heutige wachsende Arsenal (7+ Medikamentenklassen) ermöglicht sequenzielle, personalisierte Therapie über Jahre. Bleiben Sie engagiert, fragen Sie nach Studien und gehen Sie weiter voran.