Warum die Benennung von Individuen schädlich ist
- Stigmatisierung: Etiketten wie „Soziopath“ oder „Psychopath“ werden oft abwertend, nicht klinisch verwendet
- Diagnose erfordert Evaluation: Nur qualifizierte Kliniker können ASPD nach umfassender Bewertung diagnostizieren
- Mensch ≠ Diagnose: Eine Person auf eine Störung zu reduzieren, entmenschlicht und behindert Empathie/Behandlung
- Rechtlich/ethisch: Öffentliche Spekulation über die psychische Gesundheit einer Person kann die Privatsphäre verletzen und Diskriminierung fördern
Angemessener Diskurs
- Über Verhalten sprechen (z. B. „Muster der Täuschung“, „fehlende Reue“), statt zu etikettieren
- Person-first-Sprache verwenden: „Person mit ASPD“ (wenn Diagnose bestätigt)
- Fokus auf Auswirkungen und Sicherheit: „Dieses Verhalten ist schädlich; hier sind Grenzen/Konsequenzen.“
- Bei Besorgnis zur professionellen Evaluation ermutigen
ASPD-Überblick (klinisch)
- Durchgehende Missachtung der Rechte anderer seit dem 15. Lebensjahr (Verhaltensstörung vor dem 15.)
- Kriterien: Täuschung, Impulsivität, Aggression, Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit, fehlende Reue
- Behandlung anspruchsvoll; CBT, Kontingenzmanagement, Schematherapie können einigen helfen
Mitgefühl und Verantwortlichkeit schließen einander nicht aus. Verantwortungsvolle Sprache unterstützt beides.