Was ist eine Hymenotomie?
Eine Hymenotomie ist ein kleiner chirurgischer Eingriff zur Inzision eines imperforaten, mikroperforaten, septaten oder starren Hymens, der den Menstruationsfluss, Tampongebrauch oder Geschlechtsverkehr behindert.
Indikationen
- Imperforates Hymen (keine Öffnung) – meist in der Adoleszenz mit Hämatozelve diagnostiziert
- Mikroperforates Hymen (sehr kleine Öffnung) – behindert Tampongebrauch und Menstruationsfluss
- Septates Hymen (Gewebeband, das die Öffnung teilt)
- Starrer, unelastischer Hymen, der Dyspareunie oder Vaginismus verursacht
Verfahren
- Ambulant, unter Lokalanästhesie (mit oder ohne Sedierung) oder Vollnarkose.
- Kreuz- oder elliptischer Inzision am Hymenring mit Skalpell, Schere oder Laser.
- Exzession von überschüssigem Gewebe bei Bedarf.
- Resorbierbare Naht kann zur Verhinderung von Wiederadhäsion gesetzt werden; oft ungenäht gelassen.
- Dauer: 15–30 Minuten.
Erholung und Nachsorge
- Leichte Blutung oder Schmierblutung für 1–3 Tage.
- Beschwerden mit NSAR (z. B. Ibuprofen) behandeln.
- Sitzbäder 2–3 Mal täglich zum Komfort und zur Hygiene.
- Tampon, Geschlechtsverkehr und anstrengende Aktivität für 4–6 Wochen vermeiden.
- Nachsorge nach 1–2 Wochen zur Beurteilung der Heilung.
Risiken und Überlegungen
- Blutung, Infektion, Narbenbildung, Re-Stenose (selten).
- Kein kosmetischer Eingriff; nur bei funktionaler Obstruktion.
- Beeinflusst weder Jungfräulichkeit (ein soziales Konstrukt) noch zukünftige Fruchtbarkeit.
- Psychologische Unterstützung kann hilfreich sein.