„Löcher in den Nieren“ ist eine Laienbeschreibung, die wahrscheinlich auf zystische Läsionen, Kelchdilatation oder kortikale Defekte bei der Bildgebung verweist. Kombiniert mit Hämaturie umfasst die Differentialdiagnose:
Strukturell / Zystisch
- Autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD): Mehrere bilaterale Zysten, Hämaturie (Zystenblutung), Hypertonie, Familienanamnese.
- Einfache Zysten: Meist asymptomatisch; hämorrhagische Zyste → akute Schmerzen + Hämaturie.
- Markschwammniere: Dilatierte Sammelrohre → Steine, Hämaturie, Infektionen.
Kalk
- Nephrolithiasis: Kolikartige Flankenschmerzen, Hämaturie; CT-Steine-Protokoll diagnostisch.
Entzündlich / Infektiös
- Pyelonephritis: Fieber, Flankenschmerz, Pyurie, Bakteriurie.
- TB, Pilz (Immunkompromittierte).
Neoplastisch
- Nierenzellkarzinom (RCC): Hämaturie, Flankenmasse, Schmerz; „zu spät“-Triade; CT/MRT-Stadien.
- Urothelkarzinom: Hämaturie; Ureteroskopie/Biopsie.
Vaskulär
- Arteriovenöse Malformation/Fistel.
- Niereninfarkt (Flankenschmerz, Hämaturie, erhöhtes LDH).
Trauma
- Kontusion, Läsion (Sport, Autounfall); Hämaturie Grad I–V.
Abklärung
- Urinalysin, Kultur, Zytologie (×3)
- CT-Urogram (Kontrastphasen) oder MRT, wenn Kontrast kontraindiziert
- Nierenfunktion, Gerinnung
- Zystoskopie, wenn Blasenvorsprung vermutet
- Genetische Tests bei ADPKD-Verdacht
Urologie-/Nephrologie-Überweisung indiziert.