Eine intensive Angst vor Gewichtszunahme oder Fettwerden – oft „Fettphobie“ genannt – ist ein zentraler psychologischer Treiber mehrerer Essstörungen. Diese Angst verzerrt den Selbstwert und knüpft ihn untrennbar an Körpergröße und -form.
Wie sich Fettphobie bei Essstörungen manifestiert
- Anorexia Nervosa: Schwere Kalorienrestriktion, intensive Angst vor Gewichtszunahme, verzerrtes Körperbild (sich fett fühlen trotz Auszehrung).
- Bulimia Nervosa: Zyklen von Essanfällen gefolgt von kompensatorischem Verhalten (Erbrechen, Abführmittel, übermäßiger Sport), getrieben von der Angst vor Gewichtszunahme.
- Binge-Eating Disorder: Wiederkehrende Essanfälle ohne Kompensation, begleitet von deutlichem Leid über Körpergröße und Gewicht.
- Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder (ARFID): Kann Angst vor Gewichtszunahme unter anderen foodbezogenen Ängsten umfassen.
Wurzeln der Angst
Die Angst vor Fett ergibt sich oft aus einem komplexen Zusammenspiel von:
- Gesellschaftlichem Druck und Gewichtsstigmatisierung
- Perfektionismus und Kontrollbedürfnis
- Trauma oder belastenden Kindheitserfahrungen
- Genetischer Prädisposition
Weg zur Genesung
Frühzeitige Intervention mit einem auf Essstörungen spezialisierten Therapeuten verbessert die Outcomes erheblich. Evidenzbasierte Ansätze umfassen:
- CBT-E (Enhanced Cognitive Behavioral Therapy)
- FBT (Family-Based Treatment) für Jugendliche
- DBT (Dialectical Behavior Therapy) für Emotionsregulation
Genesung beinhaltet, den Selbstwert von der Körpergröße zu entkoppeln, Essmuster zu normalisieren und die zugrundeliegenden emotionalen Treiber zu behandeln.