Die Standardmethode zur Auswahl der richtigen Länge einer Nasopharyngealkanüle (NPA) ist die Ohrläppchen-Technik.
Vorgehensweise
- Das Flanschende der NPA an der Narbe (Nasenflügelöffnung) der Patientin oder des Patienten ansetzen.
- Die Kanüle seitlich entlang des Gesichts verlängern.
- Bis zum Ohrläppchen (kaudaler Rand der Ohrmuschel) auf derselben Seite messen.
- Die Entfernung vom Flansch zum Ohrläppchen approximiert die Entfernung von der Narbe zum Nasopharynx.
Alternative / bestärkende Methoden
- Spitze bis Unterkieferwinkel: Manche Protokolle nutzen den Unterkieferwinkel als Landmarke.
- Alters-/größenbasiertes Sizing: Pädiatrische Formeln (z. B. Länge = (Alter/2) + 12 cm) – weniger genau.
- Direkte Visualisierung: Während des Einführens vorsetzen, bis der Flansch an der Narbe anliegt; Position durch Laryngoskopie oder Fiberoskop bestätigen.
Sizing-Hinweise
- Zu kurz: Spitze im Oropharynx → Würgreiz, ineffektive Stenting-Wirkung.
- Zu lang: Spitze in Speiseröhre oder Luftröhre → Magenblähung, Aspiration, Kehlkopfkrampf.
- Durchmesser: Größter, der leicht hindurchpasst; typischerweise 6–8 mm erwachsen, 3–5 mm pädiatrisch. Französische Größe = 3 × Durchmesser (mm).
Wichtige Punkte
- Mit wasserlöslichem Gel schmieren (nicht Vaseline).
- Entlang des Nasenhöhlengrunds einführen (Schrägschnitt zum Septum).
- Kontraindiziert bei Verdacht auf Schädelbasisbruch (Risiko intrakranieller Platzierung).
- Position nach jeder Nackenbewegung oder Patiententransportierung erneut überprüfen.