Lungentransplantation bei idiopathischer Lungenfibrose (IPF) und anderen fibrotischen ILDs
Lungentransplantation ist die einzige heilende Option für endstadium Lungenfibrose, birgt aber erhebliche Risiken. Die Auswahl ist streng.
Allgemeine Anspruchskriterien (ISHLT / UNOS)
- Alter < 65 (einige Zentren bis 70 für Einzellungen; bilateral bevorzugt für IPF).
- FVC < 50 % vorhergesagt oder DLCO < 30 % vorhergesagt, oder schneller Abfall (>10 % FVC/Jahr).
- O₂-Bedarf in Ruhe/Belastung; 6MWT < 250 m oder Desättigung < 88 %.
- Keine aktive Malignität (≤2–5 Jahre krebsfrei).
- Kein irreversibles extrapulmonales Organversagen (Herz, Leber, Niere).
- BMI 17–30; Ernährungsoptimierung.
- Psychosoziale Stabilität, Betreuungspersonenunterstützung, Adhärenzhistorie.
- Nichtraucher ≥6 Monate (validiert).
Einzellungen- vs. Zweilungentransplantation
| Faktor | Einzeln | Zweilung |
| Indikation | COPD, CF (historisch) | IPF, PH, CF, Retransplantation |
| Wartelistenpriorität (LAS) | Niedriger | Höher für IPF |
| Outcome (5-Jahres-Überleben) | ~50 % | ~55–60 % |
| Komplikationen der eigenen Lunge | Infektion, Hyperinflation | Keine (beide entfernt) |
Risiken und Post-Transplantations-Belastung
- Abstoßung: Akut zellulär (30 % erstes Jahr), chronisch (CLAD/BOS) – führende Ursache für spätes Sterben.
- Infektion: Opportunistisch (CMV, Pilze, PJP) – lebenslange Prophylaxe.
- Immunsuppression-Toxizität: Nieren (CNIs), metabolisch (Diabetes, Dyslipidämie), Malignität (Haut, PTLD), Neurotoxizität.
- Atemwegskomplikationen: Anastomosenstenose, Dehiscence, Malazie.
Entscheidungsfindung
- Multidisziplinäre Evaluation (Pneumologie, Chirurgie, Psychiatrie, Sozialarbeit, Ernährung, PT).
- Gemeinsame Entscheidungsfindung: Versorgungsziele, Lebensqualität, Alternativen (Palliativ, klinische Studien).
- Listung → Wartezeit variiert je nach Blutgruppe, Größe, LAS-Score (Monate bis Jahre).
Überweisungszeitpunkt: Bei Diagnose einer progressiven fibrotischen ILD über Transplantation sprechen; frühe Überweisung verbessert Wartelisten-Outcomes.