Schluckauf (Singultus) sind unwillkürliche, spastische Kontraktionen des Zwerchfells, gefolgt von abrupter Glottisschließung, die den charakteristischen „Hick“-Laut erzeugt.
Häufige Auslöser
- Magenblähung (Überessen, kohlensäurehaltige Getränke, schnelles Essen).
- Temperaturextreme (heiß dann kaltes Essen/Getränk).
- Alkohol, Rauchen.
- Emotionaler Stress, Aufregung.
- GERD, Hiatushernie, Ösophagitis.
- Medikamente (Steroide, Benzodiazepine, Opioide).
- ZNS-Läsionen (Schlaganfall, Tumor, MS) – selten.
Gutartiger, selbstlimitierter Schluckauf (<48 Stunden)
Versuchen Sie diese evidenzbasierten Manöver (Vagus-/Phrenicusnerven stimulieren oder PaCO₂ erhöhen):
- Atemanhalten / Valsalva-Manöver.
- Eiskaltes Wasser schnell trinken oder von der gegenüberliegenden Seite des Glases.
- Kristallzucker schlucken (stimuliert Pharynx).
- Knie zur Brust ziehen (komprimiert Zwerchfell).
- In einen Papiertüten atmen (leichte Hyperkapnie).
- Mit kaltem Wasser gurgeln.
Anhaltender (>48 Std.) oder hartnäckiger (>1 Monat) Schluckauf
- Erfordern medizinische Abklärung: Blutbild, Elektrolyte, Röntgen Thorax, EKG, möglicherweise MRT des Gehirns, Ösophagoskopie.
- Pharmakologische Optionen: Chlorpromazin (FDA-zugelassen), Baclofen, Gabapentin, Metoclopramid, Amantadin.
- Akupunktur, Phrenicusnervenblockade oder Vagusnervenstimulation bei refraktären Fällen.
Warnsignale
- Gewichtsverlust, Dysphagie, Hämatemesis.
- Neurologische Defizite.
- Fieber, Nackensteifigkeit.
Die meisten Schluckfälle sind harmlos und kurz. Anhaltender Schluckauf erfordert die Abklärung zugrunde liegender Pathologien.